Welt & Politik WHO-Experten beginnen in Wuhan mit Untersuchungen zu Corona-Ursprung

17:35  28 januar  2021
17:35  28 januar  2021 Quelle:   afp.com

Mangelnde Sicherheit bei Corona-Forschung in China

  Mangelnde Sicherheit bei Corona-Forschung in China Was kann das WHO-Team über den Ursprung des Coronavirus erfahren, wenn China weiter blockt? Eine ältere Dokumentation zeigt, wie unbekümmert chinesische Forscher mit hochinfektiösen Fledermäusen experimentierten. © YouTube/ Bl Lyu Provided by Deutsche Welle Für die chinesische Staatsführung steht längst fest: Das für die weltweite Pandemie verantwortliche Coronavirus stammt nicht aus China. Vielmehr sei es aus dem Ausland eingeschleppt worden, vermutlich bei Militärfestspielen im Oktober 2019 in Wuhan. Daher dort der erste große Ausbruch. Auszuschließen ist das nicht.

Begleitet von einem heftigen Schlagabtausch zwischen Washington und Peking hat ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag seine Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus im zentralchinesischen Wuhan begonnen. Washington forderte eine tiefgehende Untersuchung ohne "Falschinformation" durch China, während Peking vor einer "Politisierung" der Mission warnte.

Begleitet von einem heftigen Schlagabtausch zwischen Washington und Peking hat ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag seine Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus im zentralchinesischen Wuhan begonnen. © Hector RETAMAL Begleitet von einem heftigen Schlagabtausch zwischen Washington und Peking hat ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag seine Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus im zentralchinesischen Wuhan begonnen.

Die WHO-Experten waren vor zwei Wochen in Wuhan gelandet, mussten aber zunächst in Quarantäne. Nach Ablauf der 14-tägigen Frist brachte ein Bus die Wissenschaftler am Donnerstag zunächst in eine andere Unterkunft. Wohin ihre Untersuchungen die Experten als erstes führen würden, blieb zunächst unklar. In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,1 Millionen weltweit starben.

Wuhan-Angehörige sagen, China habe sie zum Schweigen gebracht, als die WHO am Mittwoch

 Wuhan-Angehörige sagen, China habe sie zum Schweigen gebracht, als die WHO am Mittwoch -Verwandte von Wuhans Coronavirus-Toten besucht. Die chinesischen Behörden haben ihre Social-Media-Gruppe gelöscht und setzen sie unter Druck, still zu bleiben, während ein Team der Weltgesundheitsorganisation in der Stadt ist Untersuchen Sie die Ursprünge der Pandemie. © Hector RETAMAL Verwandte beschuldigen die Provinzregierungen von Wuhan und Hubei, Covid-19 die Explosion von gestattet zu haben vor einem Jahr.

"So stolz, unsere 14 Tage hinter uns gebracht zu haben ... keiner hat einen Lagerkoller bekommen und wir waren ziemlich produktiv", erklärte auf Twitter Peter Daszak, Präsident der EcoHealth Alliance, einer internationalen Nichtregierungsorganisation, die auf die Prävention von Infektionskrankheiten spezialisiert ist. Dem WHO-Team gehört auch Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin an.

Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren und die Pandemie auf einem Markt für Wildtiere in Wuhan ihren Ausgang nahm. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte auf Twitter, er habe mit Chinas Gesundheitsminister Ma Xiaowei  telefoniert und in einer "offenen Diskussion" gefordert, dass die Experten "erforderliche Unterstützung, Zutritte und Daten" erhielten sowie "die Möglichkeit, umfassend ihre chinesischen Kollegen einzubeziehen".

WHO-Team in Wuhan verlässt die Quarantäne, um mit der Covid-Herkunftsstudie zu beginnen

 WHO-Team in Wuhan verlässt die Quarantäne, um mit der Covid-Herkunftsstudie zu beginnen WUHAN, China - Ein Team der Weltgesundheitsorganisation ist am Donnerstag aus der Quarantäne in der chinesischen -Stadt Wuhan hervorgegangen, um mit der Feldarbeit in einer -Informationsmission zu beginnen die Ursprünge des Covid-19-Virus. © Bereitgestellt von NBC News Die Forscher, die 14 Tage nach ihrer Ankunft in China in Quarantäne absolvieren mussten, verließen ihr Quarantänehotel und stiegen am Nachmittag in einen Bus.

Wie politisch aufgeladen die Mission ist, zeigten Äußerungen der neuen US-Regierung noch vor dem offiziellen Ende der Quarantäne des WHO-Teams. Es sei "zwingend erforderlich", dass der Frage "auf den Grund gegangen" werde, wie das Coronavirus entstanden sei und sich weltweit verbreitet habe, sagte in Washington die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki. Sie äußerte "große Sorge" über eine mögliche "Falschinformation" durch "einige Quellen in China" und forderte eine "belastbare" Untersuchung.


Video: Corona-Heimtests: Das plant das Gesundheitsministerium (dpa)

Bidens Amtsvorgänger Donald Trump hatte China für den Corona-Ausbruch und die hohen Opferzahlen verantwortlich gemacht. Er bezeichnete das Coronavirus immer wieder als "China-Virus" und behauptete mehrfach, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan. Zugleich warf Trump der WHO vor, von China kontrolliert zu werden.

WHO-Team auf streng kontrollierter China-Mission besucht Krankenhaus

 WHO-Team auf streng kontrollierter China-Mission besucht Krankenhaus Von Martin Quin Pollard und Thomas Peter © Reuters / THOMAS PETER WHO-Teammitglieder besuchen eine Ausstellung darüber, wie China das Coronavirus in Wuhan bekämpft WUHAN, China (Reuters) - Das von der Weltgesundheitsorganisation geleitete Team, das die Ursprünge von COVID-19 während einer Mission untersuchte, die von seinen chinesischen Gastgebern streng kontrolliert wurde, besuchte am Samstag ein Krankenhaus in der Innenstadt von Wuhan, in dem frühe Coronavirus-Patienten behandelt wurden.

Chinas Außenministerium wies die Äußerungen Psakis scharf zurück und warnte die neue US-Regierung vor einer "Politisierung" der Expertenmission. Die Wissenschaftler müssten ihre Untersuchungen "frei von politischer Einmischung" vornehmen können, sagte Ministeriumssprecher Zhao Lijan. China hoffe, dass die USA "Fakten und Wissenschaft" sowie "die harte Arbeit des internationalen Expertenteams respektieren" könnten.

Dem Ministeriumssprecher zufolge stehen "Seminare, Exkursionen und Besuche" mit dem Ziel der "wissenschaftlichen Ursprungsforschung" auf dem Programm der Experten. Allerdings ist die Mission von Anfang an durch Verzögerungen und Verschleierungen durch die chinesischen Gastgeber geprägt. Unklar ist, was die Wissenschaftler in Wuhan sehen werden und ob es über ein Jahr nach dem Ausbruch noch verwertbare Beweise gibt.

Für China ist die WHO-Mission heikel. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert.  Später schwenkte die Volksrepublik um und verbreitete Thesen, dass das Virus seinen Ursprung in anderen Ländern habe.

Seit dem Beginn der Pandemie Ende 2019 starben in ganz China nach offiziellen Angaben 4636 Menschen, 3900 davon in Wuhan. Hinterbliebene der Corona-Toten in Wuhan forderten ein Treffen mit dem WHO-Team. Sie werden nach eigenen Angaben seit der Ankunft des WHO-Teams von den Behörden verstärkt beobachtet.

ck/jes

Q & A: Das Wuhan-Labor im Zentrum der Lecktheorie .
-Spekulation hat seit Beginn der Pandemie, dass Covid-19 möglicherweise aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hervorgegangen ist, gewirbelt. Inspektoren der Weltgesundheitsorganisation besuchten am Mittwoch das Labor. © Hector RETAMAL Das Wuhan-Institut für Virologie erforscht die gefährlichsten Krankheiten der Welt und hat in den frühen Tagen des Ausbruchs Licht in den Covid-19-Erreger gebracht.

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