Welt & Politik Kalifornien gegen Trump

17:30  10 august  2018
17:30  10 august  2018 Quelle:   rp-online.de

Ivanka Trump kritisiert ihren Vater

  Ivanka Trump kritisiert ihren Vater Ivanka Trump kritisiert ihren Vater• Auch die amerikanische Migrationspolitik kritisierte sie. Die Trennung von Einwandererfamilien bezeichnete sie als "Tiefpunkt".

In Kalifornien sind Anti- Trump -Demonstrationen schon fast ein alltäglicher Anblick. Der Staat an der Westküste der USA ist das Zentrum des Protests und des

Kalifornien bleibt bei seiner klimafreundlichen Politik: "Wir gehen voran, egal, was die in Washington tun", sagt Kaliforniens Gouverneur Edmund "Jerry"

Washington. Der „Golden State“ ist seit Jahrzehnten ein Vorreiter im Kampf gegen Abgasbelastung. Neue Pläne der Regierung in Washington drohen das zu beenden – die Empörung ist groß.

Sieht malerisch aus, ist aber ein © Alex Treadway Sieht malerisch aus, ist aber ein

Arnold Schwarzenegger nahm kein Blatt vor den Mund. Wenn Donald Trump glaube, diesen Kampf gewinnen zu können, habe er den Verstand verloren, polterte der ehemalige Gouverneur Kaliforniens. „In aller Klarheit“, schrieb er bei Twitter, „das ist eine törichte Politik, und niemand hat darum gebeten.“ Jerry Brown, Schwarzeneggers Nachfolger im Amt, einer der profiliertesten Mahner in der amerikanischen Klimadebatte, fand ebenso deutliche Worte. Kalifornien werde mit allen erdenklichen Mitteln gegen diese Dummheit ankämpfen, kündigte er an. Dass der Präsident ein Gesetz zerschreddere, das einst auf Initiative Ronald Reagans verabschiedet wurde, sei ein Betrug an allen Amerikanern – „und ein Angriff auf ihre Gesundheit“.

Donald Trump: Das sagt er zum Vorwurf, er habe die Queen warten lassen

  Donald Trump: Das sagt er zum Vorwurf, er habe die Queen warten lassen Donald Trump: Das sagt er zum Vorwurf, er habe die Queen warten lassenMitte Juli empfing Queen Elizabeth Donald Trump auf Schloss Windsor. Danach machte sich Empörung breit: Der US-Präsident soll zu spät gekommen sein.

Kaliforniens Widerspenstigkeit könnte Trumps Anstrengungen gefährden. Denn will man illegal Eingewanderte abschieben, braucht es nicht nur Dekrete, sondern auch Sicherheitskräfte.

Kalifornien hat sich unter Umweltfreunden einen Namen gemacht: Mit strikten Klimaschutzgesetzen und einer Führungsrolle bei Elektroautos und Solarzellen. Gefährdet ein Präsident Trump diese grüne

Auslöser der Schelte ist eine Blaupause, mit der die Regierung Trump weitgehend zurücknimmt, was unter Barack Obama an Regeln für Autoabgase beschlossen wurde. Seit 2012 gilt eine Vorgabe der Umweltbehörde EPA, wonach der durchschnittliche Spritverbrauch eines in Amerika zugelassenen Pkw bis 2025 nahezu halbiert werden muss. Dann soll eine Gallone (rund 3,8 Liter) Benzin reichen, um 54 Meilen (etwa 87 Kilometer) zu fahren.

Nun hat die EPA die Ziele drastisch herabgesetzt. Nach ihren Plänen, erarbeitet zusammen mit dem Verkehrsministerium, sollen es nur noch 37 Meilen sein, die im Mittelwert pro Gallone im Tank zurückzulegen sind. Zudem sollen einzelne Bundesstaaten, allen voran Kalifornien, das Recht einbüßen, eigene Standards zu setzen, unabhängig von der Regierung in Washington.

Trump soll weg

  Trump soll weg Trump soll weg

Auf einer Baustelle im kalifornischen San Diego ließ die US-Regierung den Bauprozess von Prototypen der geplanten Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko

Kalifornien -Senatorin Kamala Harris (52) wird bei den Demokraten als neue Geheimwaffe gegen Zumal sie scharfe Attacken gegen Trumps Einwanderungspolitik fährt, etwa das Einreiseverbot für

Das könnte Sie auch interessieren:

Trump ordnet höhere Zölle für Stahl und Alu aus Türkei an

Letzteres ist der Fehdehandschuh, den Trump den Kaliforniern zuwirft. Denn damit will er aushebeln, was mit der Zeit eine Sonderrolle des „Golden State“ an der Westküste begründet hatte. Einen Pionierstatus, wenn man so will.

Da Kalifornien, die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, wenn es unabhängig wäre, ein enormes Gewicht in die Waagschale zu werfen hat, gibt es mit seinen vergleichsweise strengen Auflagen die Richtung für den gesamten amerikanischen Automarkt vor. Vor fast 50 Jahren war es maßgeblich der Republikaner Ronald Reagan, damals Gouverneur des Pazifikstaats, der das Weiße Haus zum Umdenken brachte. Die berüchtigte Smogwolke über Los Angeles, der Megacity mit ihren vielspurigen, gleichwohl chronisch verstopften Autobahnen, zwang zum Handeln. 1970 beugte sich der Präsident Richard Nixon, auch er ein Republikaner, kalifornischem Druck, indem er zuließ, dass einzelne amerikanische Bundesstaaten schärfere Umweltnormen erlassen, als der Bund es tut.

Trump ordnet höhere Zölle für Stahl und Alu aus Türkei an

  Trump ordnet höhere Zölle für Stahl und Alu aus Türkei an Trump ordnet höhere Zölle für Stahl und Alu aus Türkei anDas könnte Sie auch interessieren:

Kalifornien gegen Trump : Ivanka Trump kritisiert ihren Vater Ivanka Trump kritisiert ihren Vater• Auch die ameri Trump auf dem Weg zu seinem ersten Besuch in Kalifornien .

Kalifornien gegen Trump : Ivanka Trump kritisiert ihren Vater Ivanka Trump kritisiert ihren Vater• Auch die ameri Trump auf dem Weg zu seinem ersten Besuch in Kalifornien .

So hat es sich eingespielt, und auch die harten Abgasvorschriften aus der Zeit Barack Obamas gehen auf das Drängen der Kalifornier zurück. Bei dem Versuch, das bisherige Reglement zu kippen, führt Trumps Riege im Wesentlichen drei Argumente ins Feld. Erstens würden effizientere Autos nur dazu verleiten, noch mehr Auto zu fahren, da man an den Zapfsäulen ja weniger bezahlen müsste. Zweitens würde ausgefeiltere Technik, einhergehend mit niedrigerem Verbrauch, die Fahrzeugpreise nach oben treiben. In der Folge würden Joe oder Jane Normalverbraucher selbst dann noch an ihren alten Modellen festhalten, wenn diese im Grunde schon schrottreif seien. Drittens ließen sich Obamas Abgasziele nur erreichen, wenn Autos aus leichterem Material gebaut würden – was wiederum auf Kosten der Sicherheit gehe.

Fachleute wie John de Cicco, an der University of Michigan Experte für Transporttechnologie, lassen das alles nicht gelten. Wer die Standards zurückfahre, verkenne sowohl die Möglichkeiten der Technik als auch das Genie amerikanischer Ingenieure, widerspricht de Cicco. Als Donald Trump Anfang 2017 ins Weiße Haus einzog, hatten die Chefs von Ford, General Motors, Toyota und anderen in den Vereinigten Staaten ansässigen Autobauern in einem Brief an den Präsidenten noch vor empfindlichen Jobverlusten im Zuge allzu ehrgeiziger Umweltziele gewarnt. Im März dagegen schrieben Bill Ford und Jim Hackett, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive der Marke Ford, sie unterstützten Obamas Blaupause, statt ein „Zurückrollen“ zu fordern.

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Xavier Becerra wiederum gedenkt vor Gericht zu ziehen, um den Vorstoß der Regierung in Washington zu stoppen. 19 weitere Bundesstaaten, lässt er wissen, seien bereit, sich der Klage anzuschließen, darunter ein Ostküsten-Schwergewicht wie New York. „Wir haben die Absicht, hart zu bleiben.“

Nach Kampagne gegen Trumps Medienpolitik: Unbekannte drohen „Bosten Globe“ mit Bombe .
Nach Kampagne gegen Trumps Medienpolitik: Unbekannte drohen „Bosten Globe“ mit BombeAm Abend seien in der Zentrale der Zeitung mehrere Bombendrohungen eingegangen, wie die Politik-Plattformen „Axios“ und „The Hill“ berichteten. Die Polizei habe die Drohungen zwar nicht allzu ernst genommen, dennoch aber die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

—   Teilen Sie Neuigkeiten in der SOC. Netzwerke

Aktuelle videos:

Das ist interessant!