Welt & Politik Unterstützung für Alexej Nawalny: "Herr Präsident, wir fordern Sie auf..."

18:25  17 april  2021
18:25  17 april  2021 Quelle:   sueddeutsche.de

Alexej Nawalny: Bundesregierung fordert seine Freilassung

  Alexej Nawalny: Bundesregierung fordert seine Freilassung Das Auswärtige Amt hat die Berichte über den Gesundheitszustand des inhaftierten Alexej Nawalny als »beunruhigend« bezeichnet. Der russische Oppositionelle werde widerrechtlich in einem Straflager festgehalten. © Pavel Golovkin / dpa Alexej Nawalny leidet nach eigenen Angaben unter Schmerzen, starkem Husten und Fieber (lesen Sie hier mehr). Seit März ist der 44-jährige Kremlkritiker im berüchtigten Straflager Pokow inhaftiert, kürzlich trat er in den Hungerstreik. Das Auswärtige Amt fordert nun die Freilassung.

In einem offenen Brief appellieren mehr als 70 internationale Prominente wie J.K. Rowling an Wladimir Putin. Es geht um bessere medizinische Hilfe für den Kremlgegner Alexej Nawalny.

Der inhaftierte russische Oppositionsführer Alexej Nawalny befindet sich seit dem 31. März im Hungerstreik. Nawalny hatte im August einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt. © Alexander Zemlianichenko/dpa Der inhaftierte russische Oppositionsführer Alexej Nawalny befindet sich seit dem 31. März im Hungerstreik. Nawalny hatte im August einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt.

"Herr Präsident, wir fordern Sie auf..."

Mehr als 70 Prominente aus aller Welt haben in einem offenen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine bessere medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Darin heißt es mit Blick auf seine Erkrankung: "Als russischer Staatsbürger hat er das Recht, von einem Arzt seiner Wahl untersucht und behandelt zu werden."

„Wir wollen Ihnen Mut zusprechen“: Bundestagsabgeordnete werfen Russland Folterung Nawalnys vor

  „Wir wollen Ihnen Mut zusprechen“: Bundestagsabgeordnete werfen Russland Folterung Nawalnys vor Abgeordnete von Grünen, Union, SPD und FDP haben dem inhaftierten Kreml-Kritiker Nawalny einen Brief geschrieben – sie erheben schwere Vorwürfe gegen Putin. © Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist im Hungerstreik. Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages haben in einem Brief an Alexej Nawalny von „gezielter Folter“ des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers gesprochen. In dem Schreiben sprachen sie Nawalny ihre Anerkennung und volle Solidarität aus und erklärten, dass sie mit großer Sorge die Berichterstattung über die Haftbedingungen verfolgten.

Der Appell wurde am Samstag in mehreren europäischen Tageszeitungen wie Le Monde abgedruckt. Unterzeichnet haben ihn unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die drei Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama. Nawalny befinde sich in einem kritischen Zustand, heißt es in dem Schreiben an Putin.

Nawalny befindet sich im Hungerstreik

"Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt - und ihm nach russischem Recht zusteht. Von Russland gewählt und als Garant des Gesetzes, ist es Ihre Aufgabe, dies zu tun." Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung.

Der 44-Jährige klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten. Seine Familie, Anwälte und Unterstützer zeigten sich besorgt. Nawalny hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Deutschland behandelt worden. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU hatten das Gift nachgewiesen.

Auftritt beim Klima-Gipfel : Biden ignoriert Putin – und bringt die Kreml-Propagandisten auf die Palme .
Die ganze Welt sollte vor Wladimir Putin erzittern. Diese Wirkung versprach sich der Kreml von der Rede des Präsidenten an die Nation. Dass der Plan nicht aufgegangen ist, wurde beim virtuellen Klima-Gipfel deutlich. © Picture Alliance/Alexei Druzhinin Russland, Moskau: Wladimir Putin beim virtuellen Klima-Gipfel Rund 40 Staats- und Regierungschefs berieten in den vergangenen zwei Tage auf Einladung von US-Präsident Joe Biden bei einem virtuellen Gipfel über den Klimaschutz. Eingeladen wurde auch der russische Präsident Wladimir Putin.

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