Welt & Politik Diplomatische Krise: Tschechien wirft Dutzende russische Diplomaten raus

19:30  22 april  2021
19:30  22 april  2021 Quelle:   handelsblatt.com

Tschechien: Stasi-Vorwürfe gegen Andrej Babiš - Angestrengtes Leugnen

  Tschechien: Stasi-Vorwürfe gegen Andrej Babiš - Angestrengtes Leugnen Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš streitet ab, für die Stasi gearbeitet zu haben – dabei sind die Beweise erdrückend. Der Milliardär steuert wohl auf eine schwere politische Niederlage zu. © MARTIN DIVISEK / EPA Der Informant mit der Nummer 25085 ist am 2. September 1954 geboren, er spricht Deutsch, Französisch, Russisch und ist von Beruf Ingenieur. Der Deckname »Bureš« hat keine besondere Bedeutung, der Klarname aber schon: Andrej BabišJahrelang hat sich Tschechiens Premier gegen den Vorwurf gewehrt, in den Achtzigerjahren ein Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein.

Bis Ende Mai hat der Kreml Zeit, seine Diplomaten abzuziehen. Zuvor hatte Prag den Kreml aufgefordert, die Rückkehr der eigenen Diplomaten nach Moskau zu ermöglichen.

Der neue Außenminister von Tschechien, Jakub Kulhanek (rechts) hat die Entscheidung am Donnerstag bekanntgegeben. © dpa Der neue Außenminister von Tschechien, Jakub Kulhanek (rechts) hat die Entscheidung am Donnerstag bekanntgegeben.

Nach Verstreichen eines Ultimatums an Russland hat Tschechien faktisch die Ausweisung von Dutzenden russischer Diplomaten angekündigt. Der neue Außenminister des Nato- und EU-Mitgliedstaats, Jakub Kulhanek, gab diese Entscheidung am Donnerstag bekannt.

Er gab dem Kreml bis Ende Mai Zeit, die Größe seiner diplomatischen Vertretung in Prag auf das Niveau der tschechischen Botschaft in Moskau zu reduzieren. Dort sind nur noch fünf Diplomaten vor Ort. „Tschechien ist ein selbstbewusstes Land und verhält sich demgemäß“, sagte der 36 Jahre alte Chefdiplomat.

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 Windsor Castle's Hochzeiten, Taufen und Bestattungen Russische Diplomaten haben sich in Großbritannien angepasst, weil er sich bei den USA bei der Verurteilung der internationalen Cyber-Espionage-Bemühungen der Russlands, einschließlich Wahlen Interferenzen und dem Solarwinds-Hack enthielt.

Zuvor hatte Prag den Kreml erfolglos aufgefordert, die Rückkehr aller ausgewiesenen tschechischen Diplomaten an die Moskauer Botschaft zu ermöglichen. Die Vertretung gilt als kaum noch arbeitsfähig. In Moskau reagierte man verärgert auf das Ultimatum. Der Kreml in Moskau sprach von „Hysterie“. Das tschechische Vorgehen sehe man „extrem negativ“, sagte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Der politische Konflikt begann am Samstag mit schweren Anschuldigungen Tschechiens. Prag wirft russischen Geheimdiensten vor, für Explosionen in einem Munitionslager in Vrbetice im Osten des Landes im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Dabei waren zwei Menschen gestorben. Ministerpräsident Andrej Babis nannte es einen „beispiellosen terroristischen Anschlag“.

Czech Govt vertreibt 18 russische Diplomaten über 2014 BLAST

 Czech Govt vertreibt 18 russische Diplomaten über 2014 BLAST Die tschechische Regierung sagte Samstag 18 russische Diplomaten, die von lokalen Intelligenz als geheime Agenten der russischen SVR- und GRU-Dienste identifiziert werden, die in einer Explosion von 2014 verdächtigt werden.

Ein Kremlsprecher sprach zuletzt von absurden und völlig unbegründeten Anschuldigungen. Beide Länder wiesen bereits am Wochenende gegenseitig Botschaftsangehörige aus - Prag 18 Russen und Moskau 20 Tschechen. Beobachter sprechen vom schwersten Konflikt zwischen beiden Staaten seit Jahrzehnten.

Mehr: Die Politik des Kremlchefs Wladimir Putin treibt einen Keil zwischen Russland und den Westen, meint Handelsblatt-Autor Mathias Brüggmann.

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Tschechischer Führer: Russland Nicht unbedingt hinter 2014 Ammunition Blast .
von Jan Lopatka © Reuters / Shamil Zhumatov Eine Ansicht zeigt die Botschaft der Tschechischen Republik in Moskau Prag (Reuters) -Czechischer Präsident Milos Zeman sagte am Sonntag die Idee Russische Spione, die eine Munitionsmüllpullosion 2014 verursacht hatte, war nur eines von zwei Theorien und die Möglichkeit, dass es ein Unfall war, sollte nicht ausgeschlossen werden. Die Aussage von Moskau hat in beiden Fällen eine Rolle verweigert.

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