Welt & Politik Nahostkonflikt: Israel greift Hamas-Tunnelnetz im Gazastreifen an

20:20  14 mai  2021
20:20  14 mai  2021 Quelle:   sueddeutsche.de

Nahostkonflikt: Keine Entspannung in Sicht

  Nahostkonflikt: Keine Entspannung in Sicht Israels Luftwaffe zerstört weitere Ziele im Gazastreifen - und tötet hochrangige Vertreter der Hamas. Das könnte den Konflikt anheizen. Die USA wollen Vermittler senden. Israel und die militanten Islamisten im Gazastreifen haben ihren blutigen Schlagabtausch auch am Mittwoch fortgesetzt. Bei erneut intensivem Raketenbeschuss durch Militante aus Gaza wurden am Abend in Israel mehrere Menschen verletzt.Ein Kind in Sderot schwebte nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom in Lebensgefahr. Israelische Medien berichteten, es handle sich dabei um einen fünfjährigen Jungen.

• Mit einem Großangriff attackiert Israels Armee ein bedeutendes Tunnelsystem der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Schäden, die israelische Luftangriffe in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen verursacht haben. © Ashraf Amra/imago images Schäden, die israelische Luftangriffe in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen verursacht haben.

• Die Bundesregierung verurteilt antisemitische Anfeindungen und Angriffe auf Synagogen bei Protesten gegen die Entwicklung im Nahen Osten.

• Unbekannte haben versucht, eine Israel-Flagge an einem Thüringer Rathaus zu verbrennen.

• Die Lufthansa sagt Flüge nach Israel bis Montag ab.

Israel greift Hamas-Tunnelnetz im Gazastreifen an

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt. Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Newsblog.

Nächtliche Angriffe: Erneut Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus

  Nächtliche Angriffe: Erneut Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus Im Nahost-Konflikt zeichnet sich keine Beruhigung ab. Auch am Donnerstag ertönten Warnsirenen, Explosionen waren zu hören. Israels Militär greift durch. © dpa Israels Armee reagiert auf Angriffe militanter Palästinenser mit Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, vor allem durch die Luftwaffe. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist am Donnerstag erneut Raketenalarm ausgelöst worden. In der Stadt waren heulende Warnsirenen und Explosionen zu hören. Es war die fünfte Angriffswelle seit Dienstagabend.

Mit einem Großangriff hat Israels Armee ein bedeutendes Tunnelsystem der im Gazastreifen herrschenden Hamas attackiert. "Viele Kilometer" des Netzes seien beschädigt worden, teilte das Militär am Freitag über Twitter mit. Militante Palästinenser setzten derweil den Beschuss Israels aus dem Gazastreifen am Mittelmeer fort. Nach Angaben der Armee wurden inzwischen insgesamt 1800 Raketen abgefeuert. Vor allem im Umkreis des Palästinensergebiets am Mittelmeer ertönten am Freitag immer wieder Warnsirenen.

Nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums wurden in Gaza seit Beginn der Eskalation des Konflikts am Montagabend mehr als 120 Menschen getötet. Wie die israelische Armee mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben. Ägyptischen Sicherheitskreisen zufolge lehnte Israel ein Angebot der Regierung in Kairo zur Vermittlung einer Feuerpause ab.

Wer ist die Hamas und wer unterstützt sie?

  Wer ist die Hamas und wer unterstützt sie? Seit 2007 beherrscht die Organisation den Gaza-Streifen und initiiert von dort immer neue Angriffe auf Israel. Das geht nur mit ausländischer Unterstützung und massenhaft Waffen. © Reuters/I. Abu Mustafa Betende Kämpfer: So initiierte sich die Hamas bei einer Parade 2019 "Radikal-islamisch" - dieses Stichwort fällt in einigen deutschen Medien immer wieder im Zusammenhang mit der Hamas, die im Gazastreifen seit 2007 politisch an der Macht ist. Im Zuge der jüngsten Eskalation hat sich diese Zuschreibung gewandelt: Inzwischen ist auch häufiger von einer islamistischen Terrororganisation die Rede.

Die Vereinten Nationen forderten, die Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen für Treibstoff- und Hilfslieferungen zu öffnen. In dem abgesperrten Gebiet leben etwa zwei Millionen Palästinenser.

  • Nahostkonflikt: Keine Entspannung in Sicht

Bundesregierung will antisemitische Demonstrationen nicht dulden

Die Bundesregierung hat antisemitische Kundgebungen in Deutschland scharf verurteilt und jüdischen Einrichtungen zusätzlichen Schutz in Aussicht gestellt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, dass friedliche Demonstrationen gegen die Politik Israels in Deutschland selbstverständlich möglich seien. "Wer solche Proteste aber nutzt, um seinen Judenhass herauszuschreien, der missbraucht das Demonstrationsrecht. Antisemitische Kundgebungen wird unsere Demokratie nicht dulden."

Wer mit seinen Protesten vor eine Synagoge ziehe und jüdische Symbole beschädige, der zeige damit schon, dass es ihm nicht um die Kritik an einem Staat gehe, "sondern um Aggression und Hass gegen eine Religion und die, die ihr angehören", betonte Seibert. "Dem stellen wir uns mit aller Kraft eines demokratischen Rechtsstaats entgegen."

Nahostkonflikt: USA verurteilen Erdoğan für "antisemitische" Äußerungen

  Nahostkonflikt: USA verurteilen Erdoğan für Beispiele nennt das US-Außenministerium nicht, fordert den türkischen Präsidenten aber auf, keine "aufwieglerischen Bemerkungen zu machen, die zu weiterer Gewalt führen könnten". Israel und die Hamas setzen ihre gegenseitigen Angriffe fort.• Die Kämpfe zwischen Israels Militär und der Hamas dauern weiter an.

Nach der Eskalation im Gaza-Konflikt hatte es in Deutschland in mehreren Städten Demonstrationen gegeben. Dabei wurden auch israelische Flaggen angezündet. In Gelsenkirchen stoppte die Polizei am Mittwochabend einen Demonstrationszug, bei dem sich ungefähr 180 Menschen vom Gelsenkirchener Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge bewegt und antisemitische Parolen gerufen hatten. Seibert sagte, die Behörden arbeiteten mit größtem Engagement daran, die Taten aufzuklären, die Täter zu bestrafen und jüdische Einrichtungen zu schützen.

Ein Sprecher des Innenministeriums ergänzte, dass derzeit geprüft werde, ob für bestimmte jüdische Einrichtungen zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig seien. Der Bund werde den Ländern auf Anfrage dafür Kräfte der Bundespolizei zur Verfügung stellen. "Bisher ist eine solche Anforderung allerdings nicht erfolgt."

Nach dem rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf die Synagoge in Halle (Saale) im Oktober 2019 hatte es große Empörung über mangelnden Schutz der jüdischen Gemeinde durch die Polizei gegeben. Der Bund hatte daraufhin im vergangenen September über eine Zusatzvereinbarung zum Staatsvertrag mit dem Zentralrat der Juden 22 Millionen Euro für den Schutz von jüdischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Völkerrecht im Nahostkonflikt: Das Recht auf Selbstverteidigung hat Grenzen

  Völkerrecht im Nahostkonflikt: Das Recht auf Selbstverteidigung hat Grenzen Dass Israel sich gegen Angriffe verteidigen darf, steht außer Frage. Doch auch wer in den Krieg zieht, muss sich an Regeln halten. © Mahmud Hams/​AFP/​Getty Images Israelischer Luftangriff auf Gaza Stadt Dennis R. Schmidt lehrt internationale Beziehungen an der Swansea University in Wales und ist dort Director of Postgraduate Research im Fachbereich Politics and Cultural Studies.

  • Deutschlandweite Proteste nach Eskalation im Nahen Osten

Versuchte Verbrennung von Israel-Flagge an Thüringer Rathaus

Nachdem drei Unbekannte in der Nacht zum Freitag versucht haben, eine Israel-Flagge am Rathaus der thüringischen Stadt Nordhausen zu verbrennen, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. "Wir gehen von einem politischen Motiv aus", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Der Staatsschutz sei eingebunden. Konkrete Hinweise auf mögliche Täter gebe es allerdings noch nicht. Die Flagge blieb heil, beschädigt wurde aber die Fassade des Rathauses.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich erschüttert über den Vorfall und sprach von einem Brandanschlag. "Judenhass auf deutschen Straßen und vor Synagogen ist keine Israel-Kritik, sondern blanker Antisemitismus", sagte er. "Das ist durch nichts zu rechtfertigen." Ramelow betonte, Thüringen werde Antisemitismus nicht dulden. "Brennende israelische Fahnen sind die Vorboten von brennenden Synagogen", warnte er. Thüringen hatte so wie andere Bundesländer den Schutz jüdischer Einrichtungen verstärkt. "Wir müssen höllisch aufpassen. Was auf den Straßen geäußert wird, hat nichts mehr mit Kritik an Israel zu tun, das ist purer Hass und Antisemitismus", sagte Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer dem Spiegel.

Nahostkonflikt: Signale für eine Waffenruhe und neue Angriffe

  Nahostkonflikt: Signale für eine Waffenruhe und neue Angriffe Bei seiner Nahostreise betont Außenminister Heiko Maas Israels Recht auf Selbstverteidigung. Verstärkter Druck auf das Land kommt vor allem aus den USA. © Ilia Yefimovich/dpa Bundesaußenminister Heiko Maas (rechts) und der Außenminister von Israel, Gabriel Aschkenasi (links), besichtigen ein Haus, das von einer Rakete aus Gaza getroffen wurde. Signale für eine Waffenruhe und neue AngriffeIm nahöstlichen Kriegsgebiet schwankt die Stimmung zwischen Hoffen und Bangen.

  • Kommentar: Antisemitismus - Man kann einfach gehen

Lufthansa sagt Israel-Flüge bis Montag ab

Angesichts des militärischen Konflikts in Israel setzt die Lufthansa Flüge nach Tel Aviv noch bis einschließlich Montag aus. "Wir planen, die Flüge am 18. Mai wieder aufzunehmen", ergänzte eine Lufthansa-Sprecherin am Freitag. Doch dazu werde sich die Lufthansa mit den Behörden weiter austauschen und die Sicherheitslage genau beobachten. Die Airline hatte die Verbindungen nach Tel Aviv am Donnerstag eingestellt, genau wie andere Fluggesellschaften. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA warnte die Airlines vor Luftschlägen und Raketenangriffen. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das Land sowie in palästinensische Gebiete ab.

  • SZ-Podcast "Auf den Punkt": Hamas und die arabische Welt

Israelischer Botschafter fordert Schutz für jüdische Einrichtungen in Deutschland

Nach Übergriffen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland fordert Jeremy Issacharoff, der israelische Botschafter in Berlin, zum Handeln auf. "Ich bitte die deutschen Behörden dringend, alles dafür zu tun, die Sicherheit unserer Community hier zu sichern", sagte er in der ARD in einem Interview. Die israelische Regierung sei sehr besorgt über antisemitische Akte wie Angriffe auf Synagogen in Bonn, Münster und anderen Städten. "Der Konflikt im Nahen Osten hat nichts mit der jüdischen Gemeinde hier in Deutschland zu tun", sagte Issacharoff. Nach der Eskalation der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern ist auch die Sorge vor weiteren Ausschreitungen in Deutschland gewachsen. Bundesaußenminister Heiko Maas forderte einen besseren Schutz von Synagogen.

Nahostkonflikt: Ein paar Jahre Ruhe

  Nahostkonflikt: Ein paar Jahre Ruhe Der Waffenstillstand ist keine Lösung des Nahostkonfliktes. Aber er hat zwei politische Nutznießer: Hamas als vermeintliche Hüter Jerusalems – und Benjamin Netanjahu. © Sebastian Scheiner, Mohammed Abed/​AFP/​Getty Images Israels Premier Benjamin Netanjahu (l.) und die Flagge der Hamas. Endlich Ruhe, der Waffenstillstand im Gaza-Krieg, der in der Nacht um 2 Uhr Ortszeit begann, scheint bislang zu halten. Und er dürfte stabil bleiben, denn weder die Hamas noch die israelische Regierung haben ein wirkliches Interesse, weiter zu kämpfen.

In mehreren deutschen Städten waren in den vergangenen Tagen bei Demonstrationen israelische Flaggen angezündet und antisemitische Parolen gerufen worden. Vertreter jüdischer Gemeinden zeigten sich besorgt. "Als Tochter von Holocaust-Überlebenden verstehe ich überhaupt nicht, wie so etwas wieder passieren kann", sagte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, der Zeitung Welt. Solche Vorgänge seien beängstigend und schwer zu verkraften. "Leider sind es immer wieder junge islamistische Männer, die uns Juden angreifen", sagte die Vorsitzende der Synagogengemeinde Bonn, Margaret Traub. Der Antisemitismus komme jedoch von allen Seiten, auch von Rechten, Linken und aus der Mitte der Gesellschaft: "Die Menschen kennen keine Juden und hassen sie trotzdem."

Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster, sprach von einer wachsenden Verunsicherung unter den Mitgliedern. "Wer eine israelische Fahne vor einem jüdischen Gotteshaus verbrennt, stellt sich explizit gegen unsere Bemühungen eines friedlichen Miteinanders", sagte er. "Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn für die aggressive Meute ein Jude erkennbar gewesen wäre."

  • Interview mit dem Schriftsteller David Grossmann zum Nahostkonflikt: Die Stunde der Extreme (SZ Plus)

Bundespräsident Steinmeier verurteilt antisemitische Vorfälle scharf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach den Vorfällen von Synagogen in mehreren deutschen Städten Konsequenzen angekündigt. "Nichts rechtfertigt die Bedrohung von Jüdinnen und Juden in Deutschland", sagte Steinmeier der Bild-Zeitung vom Freitag. Das Grundgesetz garantiere Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. "Wer aber auf unseren Straßen Fahnen mit dem Davidstern verbrennt und antisemitische Parolen brüllt, der missbraucht nicht nur die Demonstrationsfreiheit, sondern der begeht Straftaten." Diese müssten verfolgt werden, forderte der Bundespräsident. "Judenhass - ganz gleich von wem - wollen und werden wir in unserem Land nicht dulden", so Steinmeier.

Hamas Key 'Victory' in Israel Krieg über palästinensischen Rivalen: Analysten

 Hamas Key 'Victory' in Israel Krieg über palästinensischen Rivalen: Analysten Nach einem Waffenstillstand mit Israel hat Hamas einen "Sieg" beansprucht, aber der Erfolg der palästinensischen islamistischen Gruppe liegt mehr in der Marginalisierung seiner politischen Rivale Fatah als in der Schlacht, Analysten sagen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete es als "erschreckend, nicht akzeptabel, unerträglich, wenn auf deutschem Boden antisemitische Parolen skandiert werden". Jüdisches Leben in Deutschland müsste eine Selbstverständlichkeit sein. Die Präsidentin des bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU), schrieb auf Twitter: "Wir werden die Bedrohungen unserer jüdischen Mitbürger in Deutschland nicht hinnehmen und sie schützen."

  • Kommentar: Eine neue Front verläuft durch Israel - zwischen israelischen Juden und israelischen Arabern. (SZ Plus)

Israel verschärft Angriffe auf Gazastreifen

Israels Armee hat in der Nacht zum Freitag ihre Angriffe auf den Gazastreifen verschärft. Wie ein Militärsprecher am Freitagmorgen sagte, starteten in der Nacht 160 "Luftfahrzeuge" von zwölf Geschwadern. Ihr Einsatz dauerte demnach etwa 40 Minuten. Gerüchte, es sei eine Bodenoffensive in dem von Palästinensern bewohnten Küstenstreifen in Gang, dementierte das Militär jedoch. Kein israelischer Soldat habe den Gazastreifen betreten.

Das israelische Fernsehen hatte zuvor von massiven Angriffen der Luftwaffe von Gaza berichtet. Auch die Artillerie und Panzertruppen seien im Einsatz gewesen. Die Armee erklärte zunächst: "Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an." Anschließend gab es Medienberichte, denen zufolge Bodentruppen in den Gazastreifen vorgedrungen seien. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Der Armeesprecher entschuldigte sich für die Fehlkommunikation.

Ziel des komplexen Angriffs der israelischen Armee sei ein Tunnelsystem der Hamas in dem Küstengebiet gewesen. Es werde "Metro" genannt. Dabei handele es sich um eine Art "Stadt unter der Stadt". Die Hamas habe Jahre in den Bau des Tunnelsystems investiert. Inwieweit es bei den Angriff zerstört wurde, sei noch unklar, so Israels Armee.

  • Wie die muslimische Welt auf die Eskalation reagiert

Bislang 1800 Raketen auf Israel abgefeuert

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Donnerstag ihre heftigen Raketenangriffe auf israelische Bevölkerungszentren fortgesetzt. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden bislang 1800 Raketen auf Israel abgefeuert. Etwa 430 davon seien im Gazastreifen selbst niedergegangen, sagte ein Sprecher. Etwa 90 Prozent der Raketen, so das Militär, habe das Abfangsystem Iron Dome ("Eisenkuppel") unschädlich gemacht.

Vor allem im Umkreis des Gazastreifens ertönten auch am Freitagmorgen immer wieder Raketen-Warnsirenen. Am Vortag wurden unter anderem die Städte Aschkelon, Aschdod und Modiin beschossen. Auch in die Richtung des internationalen Flughafens bei Tel Aviv wurden Raketen abgefeuert. In einer Ortschaft im Süden des Landes wurde nach Angaben von Rettungskräften eine 87-Jährige auf der Flucht in einen Schutzraum tödlich verletzt.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden seit Beginn der Eskalation des Konflikts 109 Menschen getötet und 621 weitere verletzt. In Israel sind der Armee zufolge bisher acht Menschen infolge des Raketenbeschusses getötet worden.

  • Die Angst vor einem Bürgerkrieg in Israel wächst

UN-Sicherheitsrat soll am Sonntag tagen

Eine zunächst für Freitag angedachte Sitzung des UN-Sicherheitsrates soll nach Einwänden der USA nun am Sonntag abgehalten werden. Dies teilte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield mit. Die Vereinigten Staaten hatten um eine Verschiebung gebeten, weil diplomatische Bemühungen andauerten und die geplante offene Sitzung diese nach Ansicht Washingtons hätte untergraben können.

Der Sicherheitsrat hatte sich diese Woche bereits zwei Mal wegen der Eskalation zwischen Israelis und Palästinensern getroffen. Die USA - der wichtigste Verbündete Israels - hat eine gemeinsame Stellungnahme des Gremiums bislang verhindert.

  • Krieg in Nahost: "Das ist erst der Anfang"

Hamas Key 'Victory' in Israel Krieg über palästinensischen Rivalen: Analysten .
Nach einem Waffenstillstand mit Israel hat Hamas einen "Sieg" beansprucht, aber der Erfolg der palästinensischen islamistischen Gruppe liegt mehr in der Marginalisierung seiner politischen Rivale Fatah als in der Schlacht, Analysten sagen.

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