Welt & Politik Die Documenta 6 und die DDR-Kunst: Die Freiheit und ihre Grenzen

02:25  21 juni  2021
02:25  21 juni  2021 Quelle:   sueddeutsche.de

Hollyoaks Sommerangriffe Freiheit vor Verschwinden

 Hollyoaks Sommerangriffe Freiheit vor Verschwinden Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht Hollyoaks -Spoiler folgen. Liberty Savage wurde von Sommer Ranger bösartig angegriffen, nachdem er ihre Schwester Sienna Blake's Affäre in Hollyoaks entdeckt hatte. Die Woche, die mit dem schockierenden Vorsprung von dem plötzlichen Verschwinden des Liberty-Verschwindens aus dem Dorf abgedeckt wurde, da sie sowohl von Sommer als auch von Siena an verschiedenen Punkten bedroht wurde. am Freitag (11.

Die Documenta 6 und die DDR - Kunst . : Die Freiheit und ihre Grenzen . Der Ostblock hatte 1972 eine Beteiligung abgelehnt. Vor diesem Hintergrund war es ein kluger Schachzug von Documenta -Kurator Manfred Schneckenburger, erstmalig - auch letztmalig - Vertreter der "offiziellen" Kunst aus der DDR einzuladen. Eigentlich eine contradictio in adjecto, denn Kassel sollte nach dem Willen der Gründer 1955 ein Hort der Kunstfreiheit sein, ein Gegenpol, der sich von den Formalismusdebatten und der normativen Ästhetik des "sozialistischen Realismus" im Osten

Die documenta 6 fand vom 24. Juni bis 2. Oktober 1977 in Kassel statt und war die größte je veranstaltete Kunstausstellung in Deutschland. Ihr künstlerischer Leiter war Manfred Schneckenburger, Wieland Schmied war für die Sektion Zeichnung verantwortlich. Erstmals fand auf einer documenta eine Auseinandersetzung mit dem Sozialistischen Realismus in der bildenden Kunst der DDR statt. Die Teilnahme von sechs „offiziellen“ Künstlern der DDR (Willi Sitte, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke vertraten in einer gesonderten Abteilung die ostdeutsche Malerei – die

1977 lädt Kurator Manfred Schneckenburger Künstler aus dem Osten ein - zum Entsetzen mancher Westdeutscher.

Die Kunst des sozialistischen Realismus erklärt eine Mitarbeiterin bei der Documenta 6 vor den Gemälden © documenta archiv/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Die Kunst des sozialistischen Realismus erklärt eine Mitarbeiterin bei der Documenta 6 vor den Gemälden

Die Freiheit und ihre Grenzen

Worüber Joseph Beuys nachdachte, als er den "Erdkilometer" betrachtete, den Walter De Maria auf der Documenta 6 vor dem Kasseler Fridericianum versenkt hatte, wissen wir nicht. Doch wahrscheinlich, so legt es ein Foto nahe, kreisten seine Gedanken eher um die "Erde und ihren Ort im Universum" als um die kulturpolitischen Querelen, die diese Documenta begleiteten. Äußerlich fand sie ganz im Zeichen der Entspannung statt; der Ost-West-Konflikt war in eine relativ ruhige Phase eingetreten. Die Ausbürgerung von Wolf Biermann im November 1976 lag schon eine Weile zurück. Auf westdeutscher Seite bildeten die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer im September 1977 und die folgenden terroristischen Gewaltakte eine schrille Begleitmusik zur Documenta. Aber die Lust des Publikums, das so zahlreich wie nie zuvor zur "Weltausstellung der Kunst" pilgerte, konnte sie nicht mindern.

Frontier-Verschlüsse Hit Togo's Economy Hard

 Frontier-Verschlüsse Hit Togo's Economy Hard , als die globale Pandemie die Regierung von Tobo zwang, um seine Landgrenzen zu schließen, verlor der Taxifahrer Kossigan seine lukrative Geschäfte, die Menschen auf der ganzen Grenze feiern. © Yanick Folly Ein sehr ruhiger Togo-Benin-Grenzübergang in Hillacondji.

Mexikos Kulturbehörden setzen sich seit einigen Jahren verstärkt für den Schutz des Kulturerbes des nordamerikanischen Landes auch im Ausland ein. So beschwerten sie sich über Versteigerungen in renommierten Auktionshäusern von Kunstgegenständen aus der Zeit vor der spanischen Eroberung Mexikos sowie über internationale Modemarken, weil diese klassische Textilmuster indigener Volksgruppen ohne deren Erlaubnis in ihren Kollektionen verwendet hatten. Die Documenta 6 und die DDR - Kunst Die Freiheit und ihre Grenzen .

Unbeeindruckt von dem ganzen Trubel sitzt Leo Namislow vor seiner Säule und zeichnet mit Acrylstiften an einem Wimmelbild. Im Vorbeigehen erinnert es mit seiner reichen Ornamentik an ein ovales Kirchenfenster, wären da nicht jede Menge mysteriöse Figuren, die sich zwischen Häusern und Türmen Haus der Kulturen der Welt "Glücksgriff". Kunst Der mystische Ingenieur. Die Documenta 6 und die DDR - Kunst Die Freiheit und ihre Grenzen . Documenta Künstler, die nicht sein durften. SZ. Informationen Über die neue Ausstellung zur Documenta . Frauen und die Documenta Die Hausfrau

Der Ostblock hatte 1972 eine Beteiligung abgelehnt

Vor diesem Hintergrund war es ein kluger Schachzug von Documenta-Kurator Manfred Schneckenburger, erstmalig - auch letztmalig - Vertreter der "offiziellen" Kunst aus der DDR einzuladen. Eigentlich eine contradictio in adjecto, denn Kassel sollte nach dem Willen der Gründer 1955 ein Hort der Kunstfreiheit sein, ein Gegenpol, der sich von den Formalismusdebatten und der normativen Ästhetik des "sozialistischen Realismus" im Osten abgrenzte. Zwanzig Jahre später war es an der Zeit, dieses Konzept kritisch zu befragen, und schon Harald Szeemann, der Kurator der Documenta 5 von 1972, hatte versucht, unter dem Motto "Parallele Bildwelten" Kunst aus der DDR und aus Osteuropa zu holen. Dieses Vorhaben scheiterte am Widerstand der Kulturbürokraten in Budapest, Prag, Sofia und Ostberlin.

Jahn: Einsicht der Stasi-Unterlagen für die Zukunft gesichert

  Jahn: Einsicht der Stasi-Unterlagen für die Zukunft gesichert Der bisherige Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, sieht die Aufarbeitung der SED-Diktatur mit dem Übergang der Stasi-Unterlagen an das Bundesarchiv für die Zukunft gewappnet. Damit werde "die Zukunft gesichert, die Stasi-Unterlagen weiter zu nutzen".Die Akten stünden künftig nicht nur in ostdeutschen Bundesländern zur Verfügung, sondern auch an allen Dienststellen des Bundesarchivs, betonte Jahn. "Mit diesem Schritt wird man auch den Opfern gerecht und der nächsten Generation.

Die Documenta 6 und die DDR - Kunst Die Freiheit und ihre Grenzen . Gründer der Documenta Neuanfang mit historischem Ballast. Frauen und die Documenta Die Hausfrau aus Brooklyn. Kunst und Geschichte Genau hinschauen. Documenta 2022 Gemeinsam abhängen. Neue Ausstellung Der Westen, der Osten und die Kunst. Künstlerporträt Der Meister der Wunderkammer. Zur Themenseite Kunst.

Die deutsche Teilung entsprach dem Macht- und Gestaltungsanspruch der Siegermächte von 1945. Auf der einen Seite die USA, Großbritannien und Frankreich, auf der anderen die Sowjetunion. Gemeinsam hatten sie das faschistische Deutsche Reich besiegt. Und dann lag da noch mitten auf ihrem Territorium die ebenfalls geteilte ehemalige Reichshauptstadt Berlin. Sie war das Symbol Nazi-Deutschlands, von dem alle vier Siegermächte des Weltkriegs ein Stück für sich beanspruchten. Deshalb war der Westen Berlins eine Insel der Freiheit mitten im kommunistischen Ostdeutschland.

Den Völkern, die um ihre Freiheit kämpfen, hat Fritz Cremer die Skulptur © Hans Heinrich Braun, Thomas Michael Braun/documenta archiv/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Den Völkern, die um ihre Freiheit kämpfen, hat Fritz Cremer die Skulptur

Manfred Schneckenburgers Auswahl der Maler-Professoren Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Willi Sitte und Werner Tübke, die in ihrer sozialistischen Heimat durchaus keine geschlossene Phalanx bildeten, führte jedoch zum Erfolg. Dem Kurator war wohl bewusst, dass Willi Sitte, Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR und Mitglied der Volkskammer der DDR die Schlüsselfigur für das Gelingen sein würde. Und tatsächlich gaben sowohl der Kulturminister der DDR als auch die Kulturkommission des ZK der SED grünes Licht für die Reise der Kunstwerke nach Kassel. Mit der Betreuung des DDR-Beitrags beauftragte Sitte den Kunstwissenschaftler Lothar Lang, der als IM (Deckname "Schreiber") auch für die Stasi arbeitete, was damals niemand wusste. In welchem Maße Lang kuratorisch tätig werden konnte, lässt sich heute nur noch schwer rekonstruieren. Nicht zuletzt der störrische Werner Tübke hatte eigene Vorstellungen davon, welche Arbeiten er in Kassel zeigen wollte. Sitte ergänzte die Künstlerauswahl um die Bildhauer Fritz Cremer und Jo Jastram.

EM 2021: Ukraine bezwingt Nordmazedonien knapp - Liveticker zum Nachlesen

  EM 2021: Ukraine bezwingt Nordmazedonien knapp - Liveticker zum Nachlesen Die Ukraine hat bei der EM die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale gewahrt. Die Mannschaft von Trainer Andrej Schewtschenko bezwang Debütant Nordmazedonien hochverdient mit 2:1 (2:0). Durch den Sieg nach der 2:3-Auftaktniederlage in den Niederlanden in der Gruppe C hat die Ukraine noch alle Möglichkeiten auf die erstmalige Teilnahme an der Runde der letzten 16. © Bereitgestellt von SPOX Ukraine, Nordmazedonien Der überragende Ex-Dortmunder Andrej Jarmolenko (29.) brachte die Ukraine im Nationalstadion von Bukarest nach einer Ecke in Führung. Roman Jaremtschuk (34.) erhöhte kurz danach.

Werden die bestehenden Grenzen der Meinungsfreiheit jedoch beachtet, ist die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu diesem Grundrecht auch im Zeitalter der digitalen Emp. Zur Person. ist Professor für Öffentliches Recht an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl. Meinungsfreiheit und ihre Grenzen . Wie weit reicht in Deutschland die Meinungsfreiheit? Was darf man sagen und was nicht?

Als Wende oder friedliche Revolution in der DDR (auch Wendezeit) wird der Prozess gesellschaftspolitischen Wandels bezeichnet, der in der Deutschen Demokratischen Republik zum Ende der SED-Herrschaft führte


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Westdeutsche Künstler protestieren

Schneckenburgers Konzept, gegenständliche Malerei aus Ost und West zu konfrontieren, ging jedoch nicht ganz auf, da Georg Baselitz und Markus Lüpertz, deren Werke in unmittelbarer Nachbarschaft der DDR-Künstler präsentiert werden sollten, ihre Bilder zurückzogen. Am 22. Juni 1977 wurden bei einer Pressekonferenz Flugblätter verteilt, in denen die beiden mitteilten, dass sie aus Protest gegen die "Überlastigkeit zugunsten der DDR-Vertreter" nicht teilnehmen würden. Auch andere "Ausgebürgerte" und Verfolgte des DDR-Regimes protestierten. Naturgemäß lieferten sich die Rezensenten in der Presse und den Kunstzeitschriften heftige Wortgefechte über Konzept und Wert dieser Ausstellung. Von der Mehrzahl der Besucher wurden die Werke aus der DDR jedoch mit Interesse und Wohlwollen wahrgenommen. Natürlich gab es die "Die können ja noch malen"-Rufe, doch angesichts der Vielfalt und Internationalität der Documenta wirkten diese Stimmen spießig und unqualifiziert. Auch Beuys bekundete Interesse und ließ sich von Lothar Lang durch die DDR-Abteilung führen.

Stasi-Unterlagen-Archiv ins Bundesarchiv überführt

  Stasi-Unterlagen-Archiv ins Bundesarchiv überführt Berlin. In Berlin sind die Stasi-Unterlagen ins Bundesarchiv überführt worden. Begleitet wurde das von einem Festakt, bei dem der bisherige Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde verabschiedet wurde. © Christoph Soeder Roland Jahn, scheidender Leiter der Stasiunterlagenbehörde, geht bei einem Fototermin auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg durch einen Aktenraum. Die Überführung des Stasi-Unterlagen-Archivs ins Bundesarchiv ist am Donnerstag mit einem Festakt in Berlin begleitet worden.

Bei näherem Hinsehen erwiesen sich die Bilder der Staatskünstler aus der DDR nicht als durchwegs apologetisch oder propagandistisch. Mattheuers "Freundlicher Besuch im Braunkohlenrevier" von 1974 war ein gelungenes Bild und zugleich eine ikonografisch verschlüsselte, aber durchaus lesbare Kritik an der Umweltpolitik der SED. Sowohl Mattheuers "Übermütiger Sisyphos und die Seinen" (1976) als auch Bernhard Heisigs "Ikarus" (1973) suchten mithilfe des griechischen Mythos nach den "Schwierigkeiten beim Suchen der Wahrheit". Selbst Willi Sitte zeigte neben ideologisch aufgeladenen Großformaten mit den orgiastischen "Strandszenen mit Sonnenfinsternis" von 1974 noch einen anderen Blick auf den sozialistischen Menschen.

Schaut man heute - 44 Jahre später - zurück auf die Documenta 6, stellt sich Beteiligung von Künstlern aus dem Osten als weitaus komplexer dar, als sie wahrgenommen wurde. Viele der Eingeladenen, darunter Alexander Kluge, Imi Knoebel, Sigmar Polke, Klaus Staeck und Günther Uecker stammten zwar aus dem Osten, konnten aber mit Fug und Recht als "West-Künstler" gelten. Anders verhielt es sich mit Künstlern wie dem 1936 im sächsischen Heidenau geborenen Maler Eugen Schönebeck, der wesentliche Impulse noch in der DDR empfangen hatte, in Westberlin eine Zeit lang Mitstreiter von Georg Baselitz gewesen war und mit ihm die "Pandämonischen Manifeste" (1961 - 1962) verfasst hatte.

Viel Platz & Komfort für kleines Geld - Etrusco T 6900 DB und Itineo PJ 700 im Vergleich

  Viel Platz & Komfort für kleines Geld - Etrusco T 6900 DB und Itineo PJ 700 im Vergleich Der Etrusco T 6900 DB und der Itineo PJ 700 haben eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten. Beide sind Teilintegrierte mit Platz für vier, rund sieben Meter lang und in der Preisklasse um 45.000 Euro angesiedelt. Wer für wen am besten passt, erklärt der Vergleichstest.Schon seit ein paar Jahren ist die Marke Etrusco hier aktiv. Die Fahrzeuge sind technisch verwandt mit den Produkten von Sunlight und Carado, die ebenfalls zur Hymer-Gruppe gehören. Der größte Unterschied ist der eigenständige Ausbaustil der Etrusco-Modelle und dass sie nicht in Deutschland, sondern im Laika-Werk in Italien gebaut werden.

Der in Altenburg in Thüringen lebende Gerhard Altenbourg war ebenfalls Teilnehmer der Documenta 6, ohne in die Bundesrepublik einreisen zu dürfen. Ihn einen DDR-Künstler zu nennen, fällt damals wie heute schwer; er bezog seine künstlerischen Inspirationen aus ganz anderen Quellen und hatte die DDR längst über eine "innere" Grenze verlassen.

A.R. Penck durfte nicht teilnehmen

Der wahrscheinlich einzige wirklich dissidentische Künstler aus der DDR, der für die Documenta 6 nominiert war, konnte nicht teilnehmen. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Stasi massiven Druck auf die Ausstellungsleitung ausübte und damit drohte, dass bei A.R. Pencks Teilnahme die DDR-Delegation samt ihren Werken wieder abreisen würde. Der Künstler, der 1980 aus der DDR ausgebürgert wurde und dann an der Düsseldorfer Kunstakademie zum Professor berufen wurde, ist 2017 in Zürich verstorben.

Nach dem Fall der Mauer fanden viele Ausstellungen mit Werken der sogenannten "Dissidenten", der "Angepassten" und der "Staatsdiener" statt. Wie brüchig, widersprüchlich und teilweise irreführend diese Kategorien sind, hatte sich schon während der Documenta 6 gezeigt. Bewertungen wurden vorgenommen, bei denen die ästhetischen Qualitäten der Kunstwerke häufig auf der Strecke blieben. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen.

Spielball im Kalten Krieg: Wie Diktator Franco die spanische Wunderelf um einen Titel brachte .
Im Frühjahr 1960 verfügte Spanien über das wohl beste Team Europas. Auf dem Weg zum ersten großen Titel konnte nur ihr eigener Diktator sie stoppen. © Foto: imago images/Marca Im Jahr 1964 fand die EM-Endrunde tatsächlich in Spanien statt. Die seltsame Geschichte vom Diktator, der seiner Elf den Titel klaut, wird selten erzählt. Einigen ist sie zu peinlich, anderen zu komplex, den meisten zu fern. Doch wenn sie mal erzählt wird, dann beginnt sie immer am 26. Mai 1960 und auf dem Madrider Flughafen Barajas.

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