Welt & Politik Impf-Streit geht weiter: Aiwanger wirft Söder vor, Falschbehauptungen zu verbreiten

00:57  02 august  2021
00:57  02 august  2021 Quelle:   tagesspiegel.de

Erneuter Impf-Ärger in der NFL

  Erneuter Impf-Ärger in der NFL Die Impfpolitik der NFL zieht wohl weiter Konsequenzen nach sich. Die Minnesota Vikings und die New England Patriots müssen jeweils offenbar auf einen Coach verzichten. © Bereitgestellt von sport1.de Erneuter Impf-Ärger in der NFL Das Thema Impfung zieht in der NFL offenbar weitere Konsequenzen nach sich.Rick Dennison wird laut ESPN den Minnesota Vikings in der kommenden Saison nicht als Assistenztrainer zur Verfügung stehen. Der Grund: Er soll sich geweigert haben, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Phil Rauscher soll demnach befördert werden, um Dennisons Stelle zu besetzen.

Laut Bayerns Ministerpräsident habe sein Vize gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob die Impfstoffe wirkten. Aiwanger hat sich bisher nicht impfen lassen.

Hubert Aiwanger (links, Freie Wähler), und Markus Söder (CSU). © Foto: Peter Kneffel/dpa Hubert Aiwanger (links, Freie Wähler), und Markus Söder (CSU).

Der Streit zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem Vize Hubert Aiwanger (Freie Wähler) über Corona-Impfungen nimmt an Schärfe zu. Söder erneuerte am Sonntag im ZDF-Sommerinterview seine Kritik an Aiwangers Impf-Argumentation - der daraufhin scharf konterte, dem CSU-Vorsitzenden eine bewusste Falschbehauptung vorwarf und von einer „Unverschämtheit“ sprach.

Klimapolitik: Wegducken gilt nicht

  Klimapolitik: Wegducken gilt nicht Selbst die Hochwasser-Katastrophe hat die Klimapolitik nicht zum Thema im Wahlkampf gemacht. Bürgerinnen und Bürger müssen den Parteien zeigen, dass das nicht angeht. © Klaus W. Schmidt/imago images Der Blick von einer Brücke bei Erftstadt: Innerhalb kürzester Zeit war die B 265 vollständig überflutet. Wegducken gilt nichtPolitiker waren da, aber Konsequenzen blieben aus.

Söder sagte über Aiwangers demonstrative Zweifel an Corona-Impfungen: „Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt.“ Er mache sich „a bissl“ Sorge um Aiwanger, der auch Wirtschaftsminister in Söders Kabinett ist.

Söder betonte, es gehe dabei nicht um die Frage, ob sich Aiwanger impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber der Sound und der Sprech dahinter seien problematisch: wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei dem ihm „die Spucke wegbleibt“, oder wenn er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. „Da muss man aufpassen“, sagte Söder.

Dazu sagte Aiwanger der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist eine bewusste Falschbehauptung, ich hätte gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob Impfstoffe wirken. Ich habe im Gegenteil gesagt, Impfen ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona, aber es muss freiwillig bleiben.“

Egal ob mit Auto, Bahn oder Flugzeug: Testpflicht für Einreisende laut Söder schon ab 1. August

  Egal ob mit Auto, Bahn oder Flugzeug: Testpflicht für Einreisende laut Söder schon ab 1. August Die Regierung arbeitet an einer Ausweitung der Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. Laut Bayerns Ministerpräsident soll es damit jetzt ganz schnell gehen. © Foto: Matthias Balk/dpa Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern. Der Bund plant nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon ab dem 1. August eine Testpflicht für alle, die nach Deutschland einreisen. „Der Bund hat uns heute zugesichert, er wird das jetzt bis zum 1.8.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Zudem sagte Söder, Aiwanger verwende die gleiche Wortwahl wie AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. Er warnte Aiwanger, der auch Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl am 26. September ist, „an irgendeinem Rand“ nach Wählerstimmen zu fischen. „Das ist ein totaler Trugschluss. Die Leute wählen am Ende richtige „Querdenker“.“

Wenn Aiwanger sich aber in deren Nähe begebe, müsse er aufpassen, dann nicht auch als solcher identifiziert zu werden. „Und dann wird es in der Tat schwierig.“

Dazu sagte Aiwanger: „Es ist eine Unverschämtheit, mich als „Querdenker“ abstempeln zu wollen, weil ich gegen die Impfpflicht bin und mehr Sensibilität einfordere beim Thema Impfen von unter 12-Jährigen, was auch die Stiko bisher nicht empfiehlt.“

Söder verwies aber darauf, dass Aiwanger im bayerischen Kabinett bisher jeden Beschluss der Anti-Corona-Maßnahmen mitgetragen habe. Er sehe daher keinen Grund, Aiwanger aus dem Kabinett zu entlassen. Zudem habe er das Gefühl, dass auch die Freien Wähler selbst „sehr unglücklich sind über seine Äußerungen“. Er wolle der Partei nun Zeit geben, die Lage selbst ein Stück weit zu reflektieren. Bemerkenswert sei aber auch die Reaktion der Wirtschaft, die sich klar gegen Aiwanger gestellt habe.(dpa)

Corona : Der Querulant im Kabinett: Wie Hubert Aiwanger die CSU in Bedrängnis bringt .
Der Konflikt zwischen dem bayerischen Wirtschaftsminister sowie Ministerpräsident Markus Söder gewinnt in der Wortwahl mit jedem Tag an Schärfe. Den großen Knall scheuen aber wohl beide. © dpa „Die Entscheidung, ob sich jemand impfen lässt oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung“. Hubert Aiwanger ist ein Mann mit Ambitionen. Der bayerische Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler will schaffen, was vor ihm noch keiner geschafft hat: Er will seine Partei im September zum ersten Mal in der Geschichte in den Bundestag führen. Doch von München nach Berlin ist es ein weiter Weg.

usr: 4
Das ist interessant!