Wissen & Technik: Forscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie - Hubble sieht, wie unsere Galaxie eine mysteriöse Menge an Gas ansaugt - PressFrom - Deutschland

Wissen & TechnikForscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie

23:40  09 märz  2019
23:40  09 märz  2019 Quelle:   businessinsider.de

Forscher haben im Zentrum unserer Galaxie ein beängstigendes Objekt entdeckt

Forscher haben im Zentrum unserer Galaxie ein beängstigendes Objekt entdeckt Forscher haben im Zentrum unserer Galaxie ein beängstigendes Objekt entdeckt

Die Milchstraße , auch Galaxis , ist die Galaxie , in der sich das Sonnensystem mit der Erde befindet. Sie stellen jedoch nur etwa ein Prozent der Sterne im Milchstraßensystem . Der größte Teil der Masse der Galaxis besteht aus alten, massearmen Sternen.

↑ Forscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie . ↑ L. Watkins, R. van der Marel, S. Sohn, W. Evans: Evidence for an Intermediate- Mass Milky Way from Gaia DR2 Halo Globular Cluster Motions. In: The Astrophysical Journal.

Forscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie © Bereitgestellt von Business Insider Inc

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind besonders reizvoll, wenn sie allgemein angenommenes Wissen auf den Kopf stellen. Bisher dachte man, dass unsere Nachbargalaxie, Andromeda, weitaus größer ist als unsere Milchstraße — man ging sogar von mehr als der doppelten Größe aus. Weitere Forschung ergab dann, dass Andromeda und Milchstraße gleich groß sein müssten. Und nun die dritte Revision: Die Milchstraße ist viel größer als bisher angenommen — und stellt Andromeda sogar in den Schatten.

Laut einem diese Woche erschienenen Bericht der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), ist es Wissenschaftlern erstmalig gelungen, eine der fundamentalsten Größen der Wissenschaft — die Masse unserer Galaxie — so akkurat wie nie zuvor zu berechnen. Alle vorherigen Versuche einer möglichst genauen Kalkulation lagen laut Bericht selbst mit größtem Aufwand immer weit daneben.

Astronomen haben zufällig eine Galaxie ganz in unserer Nähe entdeckt

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Dabei geht es nicht bloß um die Sterne in einer Galaxie , die nur etwa 15 Prozent der Masse der Milchstraße ausmachen, wie die Forscher im Fachblatt "The Astrophysical Journal" berichten. Blick auf die Milchstraße am Nachthimmel (Archivbild).

Blicken wir in einer dunklen, klaren Sommernacht (wie sie in Deutschland eher selten vorkommt) zum Himmel, dann sehen wir, wie sich über den gesamten Horizont das schimmernde Band der Milchstraße erstreckt. Das ist unsere Heimat im Universum – eine Galaxie aus ungefähr einhundert

Durch die Zusammenführung von Daten der Gaia-Weltraumsonde der Esa und Daten des Hubble-Weltraumteleskops, welches Esa und Nasa in Kooperation betreiben, war es den Astronomen möglich, die Masse der Milchstraße auf 1,5 Billionen Sonnenmassen und den Radius auf 129.000 Lichtjahre zu bestimmen.

Dunkle Materie essentiell bei der Erfassung der Galaxiemasse

Forscher haben die Masse der Milchstraße neu berechnet — es verändert den Blick auf unsere Galaxie © Luis Calçada on Flickr

Der Grund für die bisher ungenauen Berechnungen liegt in der schwer fassbaren Dunklen Materie — einer hypothetischen Form von Materie, die womöglich 80 Prozent aller Materie im Universum ausmacht. Die Teamleiterin der Analyse, Laura Watkins von der Europäischen Südsternwarte, erklärte in dem Bericht, dass man Dunkle Materie nicht einfach messen könne. „Das führt zu der gegenwärtigen Messunsicherheit in der Masse der Milchstraße — man kann nicht genau messen, was man nicht sehen kann“, sagte sie.

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Ein Aussichtsturm mit Blick auf die Milchstraße in Tajti in der Slowakei (Archivbild) Quelle: dpa. So habe die benachbarte Andromeda- Galaxie fast 30 Mal soviel Masse geschluckt wie unsere Heimatgalaxie. Die Kollision mit der Großen Magellan'schen Wolke werde die galaktische Statistik

Forscher der Universität Yale haben eine ungefähr milchstraßengroße Galaxie entdeckt, die zu über 99 Prozent aus Dunkler Materie bestehen soll. Dragonfly 44 ist den Angaben zufolge ein diffuser Klumpen in etwa von der Größe und Masse unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße .

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Um der Masse der Dunklen Materie auf die Spur zu kommen, maßen die Astronomen die Geschwindigkeit von Kugelsternhaufen — kugelförmige Cluster von gravitativ aneinander gebundenen Sternen — in ihrer Umlaufbahn um die Galaxiescheibe der Milchstraße. „Je massiver eine Galaxie ist, desto schneller bewegen sich ihre Cluster unter dem Einfluss ihrer Gravitation“, erklärte der Astrophysiker Wyn Evans von der University of Cambridge in Großbritannien. Dabei ist die Orbitalgeschwindigkeit dieser Kugelhaufen weitaus größer, als dass dies anhand der sichtbaren Materie in der Milchstraße eigentlich der Fall sein sollte. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass Dunkle Materie für diese zusätzliche Gravitation verantwortlich ist.

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Unsere Heimatgalaxie – die Milchstraße . Neuer Abschnitt. Wissenschaftler haben berechnet , dass es zwischen 100 und 200 Milliarden sind. Außer Sternen und Planeten gibt es in der Milchstraße auch noch interstellare Gaswolken. Deshalb hat die Milchstraße die Form einer flachen Scheibe .

Die dunklen Stellen sind Staub und Gaswolken, die uns teilweise den Blick auf unsere Galaxie verstellen. Sie gehören genau wie die Sterne und deren .

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Neue Forschungergebnisse nur über Kooperation möglich

Mithilfe der 3D-Erfassungstechnik der Weltraumsonde Gaia war es den Wissenschaftlern erstmalig möglich, dreidimensionale Messungen der Cluster-Geschwindigkeiten auszuwerten: „Die meisten früheren Messungen haben die Geschwindigkeit ermittelt, mit der sich ein Cluster der Erde nähert oder von ihr entfernt — also die Geschwindigkeit entlang unserer Sichtlinie“, so Evans. „Wir konnten nun aber auch die Seitwärtsbewegung der Cluster messen, aus der die Gesamtgeschwindigkeit und damit die galaktische Masse berechnet werden kann.“

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Da die unsere Milchstraße umlaufenden Kugelhaufen bis zu 130.000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt sind, zogen die Astronomen Daten des Hubble-Weltraumteleskops hinzu. „Wir hatten Glück, eine so großartige Kombination von Daten zu haben“, erklärte Roeland van der Marel vom Hubble-Institut der Nasa. „Durch die Kombination von Messungen von 34 Kugelhaufen durch Gaia mit Messungen von 12 weiter entfernten Haufen durch Hubble könnten wir die Masse der Milchstraße so bestimmen, wie es ohne diese beiden Weltraumteleskope nicht möglich wäre.“

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Astronomen haben eine zweite Galaxie entdeckt, in der es keine Dunkle Materie gibt Als Forscher der Universität Yale im März 2018 die Studienergebnisse über die 65 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC1052-DF2 vorstellten, ernteten sie neben Lob auch viel Kritik. Die Forschungsergebnisse deuteten nämlich darauf hin, dass die Galaxie DF2 keine oder nur wenig Dunkle Materie enthält. Jetzt hat das Team von Pieter van Dokkum eine weitere Galaxie entdeckt, die keine Dunkle Materie enthält. Das bedeutet, dass unsere bisherigen Annahmen über die Entstehung von Galaxien in Frage gestellt werden müssen.

Forscher wollen unsere Galaxie vermessen, um ein besseres Bild zu erhalten. Die Struktur der Milchstraße ist schwer zu bestimmen, weil wir nicht von außen auf sie blicken können. Unser Sonnensystem ist eingebettet in die sogenannte galaktische Scheibe , und wir können beispielsweise

Auch in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße . Und es ist supermassereich, wie Astronomen Errechnet haben die Forscher dies aus archivierten Daten, die der Röntgensatellit Chandra Das galaktische Zentrum werde für die Forscher damit zu einer Art Labor für die Erforschung Schwarzer

Andromeda möglicherweise nur knapp halb so groß wie die Milchstraße

Die neuen Erkenntnisse ändern unsere Sicht auf unsere Heimatgalaxie. Mit einer Masse von 1,5 Billionen Solarmassen bewegt sich die Milchstraße nun im intergalaktischen Mittelfeld, könnte jedoch in der näheren Nachbarschaft sogar die größte Galaxie sein, noch vor Andromeda. Aktuelle Kenntnisse schätzen die Masse unserer Nachbargalaxie nämlich auf 800 Milliarden Sonnenmassen — das ist ein bisschen mehr als die Hälfte der neu entdeckten Masse der Milchstraße. Das bedeutet dementsprechend auch, dass die bevorstehende Kollision und Verschmelzung der beiden Galaxien ganz anders ablaufen wird. Bis jetzt dachte man, Andromeda würde die Milchstraße verschlingen. Dem aktuellen Stand nach scheint wohl eher das Gegenteil der Fall zu sein.

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