Wissen & Technik Medizinpreis für BioNTech-Gründer

12:05  21 september  2021
12:05  21 september  2021 Quelle:   dw.com

Bilanztag beim Börsenstar BioNTech

  Bilanztag beim Börsenstar BioNTech Erst vor ein paar Tagen knackte BioNTech an der Börse die Marke von 100 Milliarden Dollar. Heute legte der Vorreiter beim Corona-Impfstoff seine aktuellen Geschäftszahlen vor. Die fallen glänzend aus. © Boris Roessler/dpa/picture alliance Provided by Deutsche Welle Der Mittwoch letzter Woche, das war wieder so ein Erfolgsmoment an der Börse für den Neuling BioNTech. Da legten die an der New Yorker Wall Street gelisteten Papiere des deutschen Biotech-Stars knapp 18 Prozent zu. An einem Tag. Die Rally bei dem Impfstoffhersteller scheint keine Grenzen zu kennen.

Medizinpreis für BioNTech - Gründer . Weltweit wurden Millionen von Menschen mit dem Impfstoff von BioNTech gegen COVID-19 geimpft. Jetzt erhalten die Entwickler einen der renommiertesten Medizinpreise Deutschlands. Bei BioNTech lag der Schwerpunkt schon seit langem auf der Entwicklung von RNA-Technologien. Die meisten Wissenschaftler aber spezialisierten sich damals auf die Erforschung der DNA. "Die DNA ist quasi für immer, sonst könnte man ja nicht aus den Knochen der Urmenschen noch immer deren DNA auslesen.

Nach Angaben der Unternehmen BioNTech und Pfizer soll ihr Corona-Vakzin bei Kindern ab 5 Jahren "gut verträglich" sein, man wolle die Daten der klinischen Studien so bald wie möglich den Behörden in der EU und den USA vorlegen. Im 4. Quartal werden die Studienergebnisse für Kinder ab 6 Monaten erwartet. Laut Pressemitteilung der Unternehmen soll BioNTech - Gründer Uğur Şahin gesagt haben, man sei "froh, … vor Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen" zu können.

Weltweit wurden Millionen von Menschen mit dem Impfstoff von BioNTech gegen COVID-19 geimpft. Jetzt erhalten die Entwickler einen der renommiertesten Medizinpreise Deutschlands.

BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin © Biontech/dpa/picture alliance BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin

"Ugur Şahin, Özlem Türeci undKatalin Karikó wird derPaul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 für ihre Vision und Ausdauer verliehen, RNA als therapeutisches Prinzip zu entwickeln", sagt Thomas Boehm, Vorsitzender der Paul Ehrlich-Stiftung. Die drei Wissenschaftler hätten sich in ihrer Arbeit gegenseitig befruchtet. "Diese Kombination war letztendlich ausschlaggebend für den Erfolg."

Biontech mit deutlichem Gewinn- und Umsatzsprung

  Biontech mit deutlichem Gewinn- und Umsatzsprung Gewinne in Milliardenhöhe - und kein Ende in Sicht. Das Geschäft bei Biontech läuft glänzend. Die Aktionäre können sich über satte Kurssteigerungen freuen.Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, stieg der Nettogewinn im abgelaufenen Quartal auf knapp 2,8 Milliarden Euro nach einem Verlust von 88,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für die ersten sechs Monate belief sich der Überschuss auf gut 3,9 Milliarden Euro nach einem Verlust von knapp 142 Millionen Euro im Vorjahr.

Sean Marett ist seit 2012 Vorstandsmitglied von BioNTech . Vor seinem Wechsel zu BioNTech war er bei GlaxoSmithKline in den USA und bei Pfizer in Europa in strategischen und regionalen Marketing- und Vertriebsfunktionen tätig. Später übernahm Sean Marett bei Evotec und Lorantis leitende Funktionen in der Geschäftsentwicklung und war maßgeblich am erfolgreichen Verkauf der Firma Lorantis an Celldex Therapeutics, Inc., beteiligt. Er führte komplexe Lizenzvereinbarungen mit großen Pharmaunternehmen durch, handelte M&A-Transaktionen aus und warb Finanzmittel von Investoren

BioNTech -Vorstandschef und Mitgründer Uğur Şahin warnt, dass der Corona-Impfstoff vorerst keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Fallzahlen haben wird. Er rechnet erst im Winter 2021 mit einer Rückkehr zum normalen Leben. Bis dahin müsse sich die Menschheit gedulden.

Katalin Karikó ist die dritte im Bunde der Preisträger © Paul Ehrlich-Stiftung Katalin Karikó ist die dritte im Bunde der Preisträger

Ziel der Preisträger war es zunächst, neue Krebstherapien zu entwickeln und voranzutreiben. "Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Therapie für jeden einzelnen Krebspatienten individualisieren, basierend auf den genetischen Merkmalen des jeweiligen Tumors. Stellen Sie sich vor, diese individualisierte Krebstherapie wäre reproduzierbar, zeitnah und kostengünstig herzustellen. Wir wollen das Behandlungsparadigma für Krebspatienten weltweit verändern", erklärt Şahin auf der Webseite von BioNTech. Uğur Şahin und seine Frau Özlem Türeci hatten das Unternehmen BioNTech mit Hauptsitz in Mainz 2008 gegründet.

DNA und RNA

Bei BioNTech lag der Schwerpunkt schon seit langem auf der Entwicklung von RNA-Technologien. Die meisten Wissenschaftler aber spezialisierten sich damals auf die Erforschung der DNA. "Die DNA ist quasi für immer, sonst könnte man ja nicht aus den Knochen der Urmenschen noch immer deren DNA auslesen. Das Problem mit der RNA ist, dass sie ein sehr instabiles Molekül ist und somit als Wirkstoff ungeeignet erschien", erklärt Boehm.

Biontech-Quartalszahlen: Aktie, Umsatz und Gewinn von Biontech in Q2 2021

  Biontech-Quartalszahlen: Aktie, Umsatz und Gewinn von Biontech in Q2 2021 Biontech-Quartalszahlen: Aktie, Umsatz und Gewinn von Biontech in Q2 2021

Bei BioNTech legen wir Wert auf die Förderung eines gesunden und motivierenden Arbeitsumfeldes. Flache Hierarchien und Duz-Kultur, unabhängig von der Position, zeichnen unsere Arbeitsatmosphäre aus. Es gibt auch keinen bestimmten Dress-Code – es sei denn, wir arbeiten im Labor. Unsere wissenschaftliche DNA, die Grundlage des BioNTech -Ansatzes, hat ein talentiertes Team aus mehr als 60 Ländern zusammengebracht. Wir sind immer auf der Suche nach engagierten und neugierigen Menschen, die unser Team aus Visionären, Unternehmern, Wissenschaftlern und Ingenieuren

Die Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Herstellers Biontech , Özlem Türeci und Uğur Şahin, sind mit dem Axel Springer Award 2021 ausgezeichnet wor Damit werden jährlich Personen gewürdigt, die laut Springer in besonderer Weise innovativ sind, Märkte schaffen und verändern, die Kultur prägen und sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Frühere Preisträger waren unter anderen Facebook- Gründer Mark Zuckerberg und Tesla-Chef Elon Musk.

Ein Organismus kann wegen der kurzen Halbwertszeit der RNA schnell auf veränderte Bedingungen reagieren und das genetische Programm entsprechend anpassen. Was im Organismus von Vorteil ist, bereitet bei der therapeutischen Anwendung Probleme. Um einen wirksamen Impfstoff auf Basis der Messenger RNA (mRNA) zu produzieren, mussten sich die Forscher also etwas einfallen lassen.

"Der Trick ist, dass man diese RNA in Fetttröpfchen verpackt hat, in Liposome. Dadurch ist die sonst so instabile RNA wie in einer Plastiktüte aufgehoben und vor Enzymen geschützt, die sie angreifen und zerstören würden", erklärt Boehm. "Die Liposomen transportieren die RNA somit sicher in die Zellen, die die Immunantwort im Organismus auslösen", so Boehm weiter.

Mithilfe einer mRNA-Impfung könnten die weißen Blutkörperchen den Kampf gegen Krebszellen irgendwann gewinnen © Imago Images/Science Photo Library Mithilfe einer mRNA-Impfung könnten die weißen Blutkörperchen den Kampf gegen Krebszellen irgendwann gewinnen

Corona-Impfung : Biontech und Pfizer: Covid-19-Impfstoff laut Studie sicher und wirksam bei Fünf- bis Elfjährigen

  Corona-Impfung : Biontech und Pfizer: Covid-19-Impfstoff laut Studie sicher und wirksam bei Fünf- bis Elfjährigen Corona-Impfung : Biontech und Pfizer: Covid-19-Impfstoff laut Studie sicher und wirksam bei Fünf- bis ElfjährigenDer Corona-Impfstoff von Biontech könnte noch in diesem Jahr auch für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren verfügbar sein. Das Mainzer Biotech-Unternehmen und sein US-Partnerkonzern Pfizer legten am Montag erste positive Daten aus der finalen Studie des Mittels bei Kindern vor und wollen nun schnellstmöglich einen Zulassungsantrag für diese Altersklasse einreichen.

BioNTech Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de. Enapter AG Vorstand und Gründer Sebastian-Justus Schmidt über die Zukunft von Wasserstoff. Pharma&Covid-19: Biontech , Cardiol Therapeutics, Bayer: Wo Covid-19 noch für Rendite sorgt.

Die BioNTech - Gründer Türeci und Şahin werden mit dem höchsten deutschen Verdienstorden geehrt. Der Zeremonie werden Bundespräsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel beiwohnen. Derweil wies Şahin in einem Interview darauf hin, dass eine dritte Corona-Impfdosis notwendig sei. Die Gründer des Biotech-Unternehmens und Impfstoffherstellers BioNTech, Özlem Türeci und Uğur Şahin, bekommen das Bundesverdienstkreuz. Das Bundespräsidialamt teilte nach Angaben der Welt mit, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werde dem Ehepaar am 19.

Entwicklung eines Impfstoffes in kürzester Zeit

Als im Januar 2020 die Corona-Pandemie begann, richteten Şahin und Türeci ihre wissenschaftliche Arbeit darauf, einen Impfstoff gegen die bis dahin unbekannte Virusinfektion zu finden. Niemand glaubte damals wohl daran, dass BionNTech weniger als ein Jahr brauchen würde, um einen vielversprechenden mRNA-Impfstoff zu entwickeln.

Zunächst mussten die Forscher herausfinden, wie die genetische Information des neuen Corona-Virus aussieht. "Wie die RNA verpackt werden muss, war ja mittlerweile bekannt, und so konnten die Wissenschaftler innerhalb weniger Wochen die entsprechenden RNA-Moleküle für die Produktion eines RNA-Impfstoffes herstellen. Das ist ein wesentlicher Vorteil bei einem RNA-Impfstoff. Er lässt sich in großen Mengen quasi über Nacht produzieren", sagt Boehm.

Die Firma BioNTech und ihre Gründer haben Medizingeschichte geschrieben. "Diese rasante Entwicklung eines Impfstoffes ist einzigartig", sagt Boehm. Die Firma BioNTech hat in Rekordzeit eine Schutzimpfung gegen das Corona-Virus entwickelt, die auf der Nutzung von mRNA beruht", erklärt Boehm.

Booster-Impfung stellt die Schutzwirkung wieder her – Biontech legt vielversprechende Daten vor

  Booster-Impfung stellt die Schutzwirkung wieder her – Biontech legt vielversprechende Daten vor Booster-Impfung stellt die Schutzwirkung wieder her – Biontech legt vielversprechende Daten vor

Bereits kurz vor Weihnachten 2020 erhielt BioNTech zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer die EU-Zulassung für Ihren Impfstoff, der bei der weltweiten Eindämmung der SARS-CoV2-Pandemie eine entscheidende Rolle gespielt hat und noch immer spielt. Aber auch ihre Krebsforschung nimmt weiterhin einen Großteil der Forschung ein. Mit dem Erfolg von BioNTech stehen den beiden Forschern jetzt auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung.

Ein Stiefkind der Forschung

Şahin selbst betont immer wieder, dass der Impfstoff gegen das Corona-Virus nicht nur sein persönlicher Erfolg sei, sondern der vieler Wissenschaftler und Forscher. Dazu gehört auch die dritte Preisträgerin, die gebürtige Ungarin Katalin Karikó. Das Spezialgebiet der Biochemikerin Karikó war von jeher die mRNA-Forschung. Diese verlor sie nie aus den Augen, auch nicht, als in den 1990er Jahren die DNA-Forschung dominierte.

Die Forschung nach einem Impfstoff gegen COVID-19 lief bei BioNTech auf Hochtouren © Abdulhamid Hosbas/AA/picture alliance Die Forschung nach einem Impfstoff gegen COVID-19 lief bei BioNTech auf Hochtouren

Wegen der Instabilität schien die Nutzung von RNA einfach nicht realistisch, und entsprechende Projekte wurden kaum oder gar nicht gefördert. Die Wissenschaftlerin stieß immer wieder auf Unverständnis und auf wenig Anerkennung. Aber Karikó forschte beharrlich an der Rolle des Botenstoffs mRNA weiter. An der Entwicklung des Corona-Impfstoffes war sie maßgeblich beteiligt. 2013 hatte sich die US-Amerikanerin dem BioNTech-Unternehmen angeschlossen, deren Senior-Vize-Präsidentin sie heute ist.

BioNTech-Aktie fester: US-Experten beraten über BioNTech für Kinder - Bau von Produktionsstätte in Afrika

  BioNTech-Aktie fester: US-Experten beraten über BioNTech für Kinder - Bau von Produktionsstätte in Afrika Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA soll am Dienstag (zwischen 14.30 und 23.00 Uhr MESZ) über eine mögliche Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von BioNTech/Pfizer bei Kindern diskutieren. © Bereitgestellt von Finanzen.net Servais Mont/Getty Images Die Empfehlung für eine Verwendung bei Fünf- bis Elfjährigen ist für die endgültige Entscheidung zwar nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Die endgültige Entscheidung der FDA könnte innerhalb von Stunden oder Tagen nach der Empfehlung der Berater folgen.

Einzigartige Erfolgsgeschichte

Mit vier Jahren zog Şahin mit seiner Mutter aus dem türkischen İskenderun zum Vater nach Köln. Şahin ging in der Rheinmetropole in die Schule, machte dort später sein Abitur und studierte in Köln, wo er 1990 in Medizin promovierte. Dort war Şahin bis zum Jahr 2000 als Internist und Onkologe am Klinikum der Universität zu Köln und habilitierte 1999 in molekularer Medizin und Immunologie.

Weitere Stationen waren das Institut für experimentelle Immunologie am Universitätsspital Zürich und die Universitätsklinik Mainz. 1992 folgte die Universität des Saarlandes in Homburg, wo er seine heutige Frau, Özlen Türeci kennengelernte. Kurze Zeit später ging es für beide nach Mainz, wo sich Özlen Türeci 2002 im Fach Molekulare Medizin habilitierte. Der Schwerpunkt beider Wissenschaftler lag in der Krebsforschung und der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs, lange bevor sie den Impfstoff gegen das Corona-Virus entwickelten.

Alle drei Forscher haben bereits etliche internationale Preise erhalten. Jetzt kommt der renommierte Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preis 2022 hinzu. Verliehen wird er am 14. März nächsten Jahres in der Frankfurter Paulskirche. Der Medizinpreis ist mit 120.000 Euro dotiert. Etliche Forscher, die diesen Preis erhielten, gehörten später zu den Nobelpreisträgern wie etwa Harald zur Hausen, Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier oder James P. Allison.

Autor: Gudrun Heise

BioNTech verdient deutlich mehr - BioNTech-Aktie vorbörslich in Grün .
Der Biotechnologiekonzern BioNTech hat seine Bücher geöffnet. © Bereitgestellt von Finanzen.net Peter Bischoff/Getty Images BioNTech hat im dritten Quartal 2021 einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 12,35 Euro nach -0,880 Euro vor Jahresfrist. Die Analystenschätzungen hatten sich im Vorfeld auf 10,54 Euro je Anteilsschein belaufen. Damit scaffte es BioNTech auf einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro. Auch die Erlöse zogen kräftig an und kletterten auf 6,1 Milliarden Euro.

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