Wissen & Technik Scheitern als Chance: Wie in Israel die Mobilität der Zukunft erfunden wird

12:05  17 november  2021
12:05  17 november  2021 Quelle:   berliner-zeitung.de

t3n-Wahlcheck: Die Pläne der Parteien zur Zukunft der Mobilität

  t3n-Wahlcheck: Die Pläne der Parteien zur Zukunft der Mobilität Mobilität spielt für Menschen und Unternehmen eine entscheidende Rolle. Sie ist wichtiger Einflussfaktor für Nachhaltigkeit und der Bekämpfung des Klimawandels und nicht zuletzt entscheidender Wirtschaftsfaktor. Was planen Union, FDP, Grüne und SPD für die Mobilität der Zukunft? Wir haben vor der Bundestagswahl gefragt, hier die Antworten der Parteien. © t3n.

Zur Ruhe setzen, nur weil man schon einige Jahre hinter sich hat? Warum, wenn man fit ist? „2018 war ich in Berlin, um am Halbmarathon mitzulaufen“, sagt Fleischer. Batterien waren immer schon sein Thema, erzählt der Israeli, der am renommierten Weizmann-Institut in Elektrochemie promoviert hat. Sein Unternehmen kümmert sich um ein Problem, das dem Image der Elektromobilität schadet und bei Hyundai sowie Chevrolet zu 2,7 Milliarden US-Dollar teuren Rückrufaktionen geführt hat: die Brandgefahr von Lithiumbatterien. Wenn in Elektrofahrzeugen, E-Zigaretten und anderer Technik die Energiespender in Flammen aufgehen, kann sich eine Hitze von 900 Grad Celsius entwickeln.

Iron Dome Förderung Bill Pässe House Trotz vehement fortschreitender Opposition

 Iron Dome Förderung Bill Pässe House Trotz vehement fortschreitender Opposition Unabhängige Gesetze, das 1 Milliarde US-Dollar an das Israels Isra-Dome-Verteidigungssystem von Israels zuordnen würde, das nach Haus-Progressives eingeführt wurde , der der Unterstützung von einem früheren Regierungsgrad-Rechnungen eingeführt wurde, überwiegend das Haus am Donnerstag überfordert. © Amir Cohen / Reuters Israels Eisenkuppel Anti-Rakete-System Intercept-Raketen, die vom Gazastreifen in Richtung Israel in Richtung Israel aufgenommen wurden, wie von Ashkelon, Israel, 12.

  Scheitern als Chance: Wie in Israel die Mobilität der Zukunft erfunden wird © Bereitgestellt von Berliner Zeitung

Wer weiß schon, dass die Batterie eines E-Bikes die Energie von einem Kilo TNT-Sprengstoff enthält? „Wir haben ein Frühwarnsystem entwickelt, das Brände in Batterien verhindern kann“, sagt Fleischer. Eine Software, die Unregelmäßigkeiten, die einem Brand vorausgehen, aufspürt.

Algolion ist eines von vielen Tausend jungen Unternehmen in Israel, die neue Dinge entwickeln und auf den Markt bringen. 2020 gab es mehr als 9300 Tech-Unternehmen in dem Mittelmeerland, Tendenz trotz Corona weiter steigend. 645 Start-ups widmen sich Mobilitätsthemen.

„Innovation ist Teil unserer Marke“, sagt Ran Natanzon vom israelischen Außenministerium. „Wir stehen weltweit auf Platz zwei, gleich hinter dem Silicon Valley.“ Genüsslich breitet er Statistiken aus. So sind die Aufwendungen der Unternehmen für Forschung und Entwicklung gemessen am Umsatz laut Bloomberg nirgendwo so hoch wie in Israel – Deutschland steht auf dem achten Platz. Was den Anteil der Forscher an der Bevölkerung anbelangt, nimmt das 9,1-Millionen-Einwohner-Land laut Bloomberg ebenfalls den Spitzenrang ein – Deutschland den zwölften Platz. 4,3 Prozent des Bruttosozialprodukts werden in Forschung und Entwicklung investiert. Es gibt 390 multinationale Forschungs- und Entwicklungszentren, auch von deutschen Unternehmen. Und so weiter, und so fort.

Rashida Tlaib doppelt auf 'Apartheid' in Israel Bemerkungen nach der Bipartisan-Kritik

 Rashida Tlaib doppelt auf 'Apartheid' in Israel Bemerkungen nach der Bipartisan-Kritik US-Vertreter Rashida Tlaib verteidigte ihre Abstimmung gegen zusätzliche Mittel für das Israels Iron-Kuppel-Verteidigungssystem, das sich auf ihre vorherigen Bemerkungen verdoppelte, die die Nation an der Apartheid in die Bipartisan-Kritik verband. © Joshua Roberts / Getty Images U.S. Vertreter von Rashida Tlaib verteidigte ihre Abstimmung gegen Eisenkuppeln für Israel und verdoppelte sich, die Nation ein "Apartheid-System" anzurufen.

Auf der wie üblich zugestauten achtspurigen Stadtautobahn geht es langsam in das Stadtzentrum von Tel Aviv - Berliner Pendler würden hier graue Haare bekommen. Ziel ist der Rothschild-Boulevard, eine der wenigen Straßen mit etwas Grün. Der Baustil vieler Häuser wirkt vertraut: Die Entwürfe stammen von Architekten, die am Bauhaus in Dessau studierten und vor den Nazis aus Deutschland flüchten mussten. In einem Gebäude von Philipp Hütt wartet David Barzilai bei Kaffee und Obst auf den Besuch.

Barzilai ist Mitgründer von Karamba Security, einem Unternehmen, das zwei der wichtigsten Bereiche der israelischen Innovationswirtschaft abdeckt: Mobilität und Cybersicherheit. Moderne Fahrzeuge sind Computer auf Rädern, rund um die Uhr online, vielfältig vernetzt – und damit angreifbar für Kriminelle. „Kraftfahrzeuge sind in immer stärkerem Maße möglichen Hackerangriffen ausgesetzt“, sagt Barzilai. Im vergangenen Jahr seien mehr als 220 Cyberattacken bekannt geworden – neunmal so viele wie 2010.

Mobilität 2021: Die heißesten Debatten

Mobilität 2021: Die heißesten Debatten Nicht zuletzt die Flutkatastrophe Mitte Juli hat dafür gesorgt, dass Mobilität 2021 zu einem heiß debattierten Thema geworden ist. Wegen der furchterregenden Klimaprognosen und der weltweiten Pandemie wird immer mehr Menschen klar, dass sich an unserem Verständnis von nachhaltigem Leben etwas ändern muss – und zwar am besten schon gestern.

Er zeigt einen Film, in dem zwei Computernerds aus den USA demonstrieren, wie einfach es ist, von der Couch aus die Herrschaft über einen Jeep Cherokee zu übernehmen. Erst lassen die Hacker auf dem Display des Infotainment-Systems ein Foto von sich erscheinen. Anschließend stellen sie das Radio ebenfalls per Fernsteuerung extrem laut, ohne dass es der Fahrer leiser stellen kann. Dann wird es richtig ungemütlich: Plötzlich wird der Scheibenwischer aktiv, Ströme von Wischwasser versperren den Blick, und der Motor geht aus, mitten auf der Autobahn bei St. Louis. Nach diesem Hackerangriff rief Fiat Chrysler 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück.

Hauptprodukt von Karamba ist eine Software, mit der sich Steuergeräte vor solchen Angriffen schützen können. Inzwischen hat das Unternehmen 22 Patente, 20 weitere sind angemeldet. Zu den Kunden gehören Volvo und BMW.

Auch sehr große Player der Mobilitätsszene haben in Israel ihren Sitz. Einer davon ist das Jerusalemer Unternehmen Mobileye, das Fahrerassistenztechnik und Kamerasysteme für autonomes Fahren anbietet. 2017 wurde es vom US-Halbleiterhersteller Intel gekauft, für 15,3 Milliarden US-Dollar. Über Mobileye erwarb Intel später auch Moovit, das sich als „Wikipedia des Nahverkehrs“ bezeichnet und weltweit per App Echtzeit-Fahrplanauskünfte anbietet.

Der Weg in die CO2-Neutralität - Nachbericht zun Kongress zur Mobilität der Zukunft

  Der Weg in die CO2-Neutralität - Nachbericht zun Kongress zur Mobilität der Zukunft Der auto motor und sport-Kongress beschäftigt sich seit Jahren mit der Mobilität der Zukunft. Diesmal drehte sich fast alles um die Dekarbonisierung und darum, was das für die Mobilität bedeutet. © Maximilian Balazs Der Klimawandel schreitet voran, ist gesellschaftlich wie auch politisch in aller Munde. Gerade bei der Bundestagswahl war das Thema präsent. Passend dazu ging in diesem Jahr auch der auto motor und sport-Kongress im Zeichen der Klimaziele über die Bühne: Nachhaltigkeit hoch, CO2-Bilanz schnell runter – so lautete die Devise.

Auch wenn viele Fachleute inzwischen skeptisch sind, ob fahrerloses Fahren sinnvoll und jemals in letzter Konsequenz möglich sein wird, zeigt sich der Mobileye-Vorstandschef Amnon Shashua weiter zuversichtlich. Mitte des kommenden Jahres werden Robotaxis in München und Tel Aviv den Betrieb aufnehmen, kündigte er an. Es handelt sich um Level 4 – vollautomatisiertes Fahren, sagte er während des jüngsten Smart Mobility Summit in Tel Aviv. „Der Fahrer kann als Passagier auf dem Rücksitz Platz nehmen.“

Shashua ist davon überzeugt, dass in den kommenden zehn Jahren immer mehr autonome Fahrzeuge, die Fahrgäste oder Waren befördern, auf den Straßen zu sehen sein werden. Diese Technik auch für den privaten Autoverkehr nutzbar zu machen, sei eine größere Herausforderung, gibt er zu bedenken. Doch er gehe davon aus, dass es die nötige Software für den Privatbereich ab 2025 auf Chips geben wird – für nur rund 5000 Dollar das Stück. „Die Transformation hat begonnen.“

Sagi Dagan von der Israel Innovation Authority ist ebenfalls zur Smart-Mobility-Konferenz ins fensterlose Untergeschoss des Hotels David Intercontinental gekommen. Er erläutert die für Deutsche ungewöhnlich anmutende Philosophie, mit der die Behörde junge Unternehmen unterstützt: Um Geld zu bekommen, gehe es nicht darum, möglichst marktgängige Konzepte sowie wasserdichte Business-Pläne einzureichen und längst bestehenden Trends brav zu folgen.

Wie der Fußball Brücken zwischen Israel und Deutschland baute

  Wie der Fußball Brücken zwischen Israel und Deutschland baute Zweimal innerhalb von sechs Tagen stehen sich die Frauen-Nationalteams Israels und Deutschlands in der WM-Qualifikation gegenüber. Der Fußball wirkte nach dem Weltkrieg als Katalysator in den Beziehungen beider Länder. © imago sportfotodienst Ex-Nationalmannschaftskapitän Lothar Matthäus (l.) beim Wimpeltausch vor dem Freundschaftsspiel gegen Israel 1987 Wenn die Frauen-Nationalmannschaften Deutschlands und Israels an diesem Donnerstag in Petach Tikwa nahe Tel Aviv (Anpfiff 18 Uhr MESZ) und am kommenden Dienstag in Essen (Anstoß um 16.

„Wir fördern Risiko“, sagt Dagan. Wenig verwunderlich, dass im Schnitt rund 70 Prozent der Projekte schiefgehen und das Geld abgeschrieben werden muss: „Würde diese Quote nur fünf Prozent betragen, hätten die Gründer auch zu Banken gehen können.“ Doch aus Scheitern kann nicht nur der Betroffene, sondern auch die Branche viel lernen. „Ein Projekt, das scheitert, ist ein gutes Projekt“, erklärt Dagan. Selbst serielle Fehlschläge seien kein Makel. Denn in einem solchen Umfeld sei es leichter, wieder von vorn anzufangen.

Scheitern als Chance: So heißt eine Filmdokumentation des deutschen Dramatikers Christoph Schlingensief. Der Titel erinnert an die Art, mit der viele Menschen in Israel an die Dinge herangehen. Sie sprechen gern darüber – auch weil sie wissen, dass diese Denkweise sie von anderen auf der ganzen Welt abhebt.

Auch Diversität sei ein Erfolgsfaktor, sagt Ran Natanzon vom Außenministerium, der einen englischen Vater und eine rumänische Mutter hat. „Wir sind eine Einwanderungsnation.“ Wer Israel besucht, trifft allerorten auf Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Ein Beispiel: Ein Taxifahrer stammt aus Russland, ein anderer aus Turkmenistan. Der Sterne-Koch, der Gästen in seiner Privatwohnung in Tel Aviv auftischt, kommt aus einer marokkanischen Familie. Die Betreuerin, die der Reisegruppe aus Deutschland immer wieder mit „Jalla, jalla“ Beine macht, hat jemenitische Wurzeln.

Industrie im landläufigen Sinne ist rar. Es gab mal eine Autofabrik, aber sie ist schon lange Vergangenheit. Der dort hergestellte Kombi Sabra Sussita („Kleines Pferd“) war Zielscheibe liebevollen Spotts: Angeblich kam es vor, dass Kamele die Karosserie aus Fiberglas anknabberten.

Israel begrüßt komplett geimpfte individuelle Reisende in mehr als 18 Monaten in mehr als 18 Monaten

 Israel begrüßt komplett geimpfte individuelle Reisende in mehr als 18 Monaten in mehr als 18 Monaten Israel begann, einzelne Touristen am Montag beginnen, sodass geimpfte Besucher in mehr als 18 Monaten das Land betreten können. © zur Verfügung gestellt von Travel + Freizeit Hazem Bader / Getty Images Touristen aus mehreren Nationen auf der ganzen Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, wurden ab dem 1. November willkommen, ein Umzug, der zuvor verzögert hatte.

Bodenschätze gibt es kaum. Doch die Kargheit der Ressourcen und das Klima regen zu Erfindungen an. „Probieren Sie mal“, sagt Netanel Benishai von der Firma Watergen, einem der vielen Aussteller während der Konferenz zur Smart Mobility in Tel Aviv. Erst wenn der Gast einen Schluck genommen hat, enthüllt Benishai, dass dieses Wasser aus der Luft im Saal stammt – die ziemlich stickig ist. Das  Wasser im 15-Liter-Tank des SUV, der nebenan steht, wurde ebenfalls vor Ort gewonnen.

Die Technik, die Luftfeuchtigkeit in reines Trinkwasser verwandelt und Mobilität unter Wüstenbedingungen erleichtert, steht beispielhaft für eine weitere Besonderheit Israels: Auch diese Innovation wurde in der israelischen Armee ersonnen. Jeder Mann muss drei, jede Frau zwei Jahre Wehrdienst leisten.

Bei einem der folgenden Reservistendienste hat zum Beispiel Niles Fleischer, der Algolion-Gründer, die entscheidende Anregung bekommen. „Mir wurden immer wieder Lithiumbatterien gezeigt, die in Flammen aufgegangen waren“, erinnert er sich. Und so reifte die Idee, etwas gegen das Phänomen zu tun.

Doch so sehr die Tüftler und Denker ausländische Gäste mit ihrem Optimismus bezirzen: Der Kontrast der modernen Technik zur Alltagsmobilität draußen auf den Straßen ist auffällig. Israel ist unverändert eine fossile Autogesellschaft, von Fortschritt ist wenig zu spüren. Natürlich gehören technische Innovationen zur Verkehrswende, aber klimafreundliche Alternativen zum Kraftfahrzeug sowie eine Stadtplanung, die den Umstieg vom Privatauto begünstigt, sind fast noch wichtiger.

Auch in Tel Aviv entwickelt sich ein Radwegenetz. Doch Fußgänger haben es schwer, E-Scooter und noch schnellere E-Bikes machen ihnen zunehmend den Platz streitig. In Tel Aviv gibt es weder U- noch Straßenbahn (immerhin werden jetzt drei Tramstrecken gebaut), die Bahnhöfe liegen am äußersten Rand des Zentrums. Mangels Busspuren bleiben auch die Busse, die kaum genutzt werden, im Stau stecken. Am Sabbat ruht der öffentliche Verkehr fast überall.

Da wirkt es fast schon exotisch, wenn die neue Verkehrsministerin Merav Michaeli beim Smart Mobility Summit für das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen wirbt – für „altmodische“ Fortbewegungsarten, wie die Politikerin beides nennt. Oder wenn Uri Levine, Co-Gründer von Waze, mit dem Fahrrad und nicht wie alle anderen mit dem Auto zur Smart-Mobility-Konferenz kommt. Waze ist ein weiterer großer Player aus Israel, der Anbieter von mobilen Navigationssystemen gehört inzwischen Google.

„Es gibt mir einfach zu viele Staus in Tel Aviv“, sagt Levine, der sich stolz und etwas verschwitzt den Besuchern der Konferenz präsentiert. In Israel steige die Zahl der Autos um 300.000 pro Jahr. Ein Durchschnittswert besage, dass in 177 Autos nur 200 Menschen sitzen – ineffektiv. Ein guter öffentlicher Verkehr wäre wichtig, doch dafür müssten Straßen gesperrt werden, meint Levine. So sieht man es auch beim Unternehmen Our Crowd, das Risikokapital einwirbt und investiert. „E-Bikes sind das innerstädtische Verkehrsmittel der Zukunft“, sagt Yakir Machluf, der in der Firma für Mobilität zuständig ist.

„Wir brauchen Menschen mit einer Vision“, sagt Uri Levine. „Zeigen Sie mir einen Bürgermeister, der die nötigen Veränderungen in Angriff nimmt.“ Doch sie seien schwer zu finden – auch in Israel.

Miss Universe Pageant ist wie üblich, trotz der Konkurrenten-Tests positiv für COVID .
Miss Universe Pageant-Organisatoren angekündigten Montag, dass einer der von COVID-19 nach Ankunft in Israel angelegten Kenngründen positiv auf COVID-19 testete, aber sie werden mit der Veranstaltung trotz neuer Sperre nach dem Omicron-Variante. © Foto von Ahmad Gharabli / AFP über Getty Images Der Miss Universe Pageant wird am 12. Dezember trotz der Omicron-Variante in Israel in Israel in Israel fortgesetzt werden. Oben, Miss Universe-Wettbewerbe, kommen am 2.

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