Wissen & Technik Sorge vor neue Corona-Variante mit vielen Mutationen

20:50  25 november  2021
20:50  25 november  2021 Quelle:   dw.com

Corona in Deutschland : Das Coronavirus dominiert seit Januar 2020 den Alltag in Deutschland – die Chronik

  Corona in Deutschland : Das Coronavirus dominiert seit Januar 2020 den Alltag in Deutschland – die Chronik Der Alltag wird für Geimpfte durch 2G- und 3G-Regeln immer leichter. Erste Lockerungen treten in Kraft. Die Zusammenfassung der aktuellen Lage und der Entscheidungen seit Ausbruch von Covid-19. © dpa Die Corona-Entwicklung und aktuelle Zahlen in Deutschland in der Zusammenfassung: Vom aktuellen Stand bis zum ersten Lockdown 2020. Weltweit steigt die Zahl der Infizierten - aber langsamer. In Deutschland werden zwar immer neue Ansteckungs- und Todesfälle durch das Coronavirus bekannt. Es gibt eine Art Rückkehr zur Normalität, aber nur mit Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln.

Die erstmals in Botswana registrierte B.1.1.529 Variante hat 32 Mutationen im Spike-Protein, wodurch sie von unseren Immunzellen schwerer bekämpft werden kann.

Schnellen in Südafrika die Infektionszahlen wegen der neuen Variante derzeit kräftig nach oben? © DW Schnellen in Südafrika die Infektionszahlen wegen der neuen Variante derzeit kräftig nach oben?

Über den Sommer haben wir vergleichsweise wenig über neue Varianten des SARS CoV-2 Virus gehört, weil sich in vielen Teilen der Welt vor allem die hochansteckende Delta-Variante oder ihre Untervariante AY.4.2 (auch Delta Plus genannt) durchgesetzt und andere Mutanten weitgehend ausgeschaltet hat.

Nun liegt der Sommer auf der Nordhalbkugel hinter uns und die Infektionszahlen schießen hier in die Höhe. Auf der Südhalbkugel aber beginnt der Sommer gerade erst und bei sommerlichen Temperaturen müssten dort eigentlich auch die Infektionszahlen sinken oder niedrig bleiben.

Was wissen wir über die COVID-Variante Delta-Plus?

  Was wissen wir über die COVID-Variante Delta-Plus? Ein Subtyp der Delta-Variante des Coronavirus namens AY.4.2 ist offenbar noch ansteckender als die erste Delta-Variante. Kommt eine neue Infektionswelle auf uns zu? © Maximilian Schönherr/picture alliance Die Mutationen der Variante Delta-Plus machen das Virus möglicherweise ansteckender aber nicht gefährlicher. Seit Mitte Oktober häufen sich Berichte über das Auftreten der Coronavirus-Variante Delta-Plus. Das wissen wir bisher über den neuen Subtyp: Seit wann gibt es Delta-Plus und wo wurde die Variante bisher nachgewiesen? Der Subtyp AY.4.

Neue Virus-Variante für hohe Inzidenzen verantwortlich?

In Südafrika aber schnellen die Infektionszahlen derzeit kräftig nach oben. Vor allem im Großraum Gauteng rund um Johannesburg und Pretoria liegen die Inzidenzen über 1000.

Das könnte - muss aber nicht - mit einer neuen Variante zu tun haben, die erstmals am 11. November 2021 in Botswana, also nördlich von Südafrika registriert wurde.

Inzwischen wurde die neue Variante B.1.1.529 auch in Südafrika und bei einem Reisenden in Hongkong bestätigt, der zuvor in Südafrika war. Sorgen bereitet diese neue Variante den Forschenden, weil sie eine "extrem hohe Anzahl von Mutationen" aufweist, nämlich 32 Mutationen im Spike-Protein.

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 'ernsthaftes Sorge Südafrikanische Wissenschaftler haben in kleinen Zahlen eine neue Covid-19-Variante erkannt und arbeitet daran, seine potenziellen Implikationen zu verstehen. © von Al Jazeera in diesem File-Foto von Juni vorbereitet, bereiten sich die Angestellten von Healthcare-Arbeiter auf den Test der Patienten auf COVID-19 an den Lancet Laboratories in Johannesburg [Datei: Denis Farrell / AP-Foto] der Variante - namens B.1.1.529 - Hat eine "sehr ungewöhnliche Konstellation" von Mutationen, die darauf hinge

Neue Variante hat sehr viele Mutationen

Aufgrund der vielen Mutationen im Spike-Protein kann die Virus-Variante durch die Immunzellen schwerer bekämpft werden, es entzieht sich der Immunantwort, die sogenannte Immune Escape. Dies könnte weitere Krankheitswellen auslösen - muss aber nicht.

Die vorhandenen Mutationen geben Anlass zu großer Sorge, meinte am Mittwoch Ravi Gupta, ein Professor für klinische Mikrobiologie an der Universität Cambridge. Gupta hatte bereits im Februar bei ersten Laboranalysen nachweisen können, dass zwei der jetzt auch bei B.1.1 529 gefundenen Mutationen die Infektiosität erhöhen und die Antikörpererkennung verringern.

"Ich würde auf jeden Fall erwarten, dass sie von neutralisierenden Antikörpern im Vergleich zu Alpha oder Delta schlecht erkannt wird", so Prof. Francois Balloux, der Direktor des UCL Genetics Institute, gegenüber dem Science Media Center.

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Aufmerksam beobachten

Allerdings liegen bislang noch keine wirklich belastbaren epidemiologische Daten dazu vor, wie infektiös diese neue Variante tatsächlich ist. Entscheidend sei aber, wie infektiös die neue Variante tatsächlich ist.

Darauf verwies auf Twitter auch Christina Pagel, Professorin für Operational Research am University College London (UCL).

Zum jetzigen Zeitpunkt sei es laut Balloux "schwierig vorherzusagen, wie übertragbar es ist". Die neue Variante müsse genau beobachtet und analysiert werden, aber es gebe "keinen Grund, sich übermäßig Sorgen zu machen, es sei denn, die Häufigkeit steigt in naher Zukunft an".

Womöglich bei HIV-Infiziertem entstanden

Die große Anzahl von Mutationen in der Variante habe sich offenbar in einem einzigen Schub" angehäuft, was darauf hindeute, dass sie sich während einer chronischen Infektion bei einer Person mit einem geschwächten Immunsystem, möglicherweise einem unbehandelten HIV/Aids-Patienten, entwickelt habe, so Balloux.

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