Wissen & TechnikNeue Studie stellt Einsteins Theorie über den Ursprung des Universums auf den Kopf

18:40  11 juli  2019
18:40  11 juli  2019 Quelle:   businessinsider.de

Nasa entdeckt ungewöhnlich helle Galaxien aus der Entstehungszeit des Universums — sie könnten ein uraltes Rätsel lösen

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Neue Studie stellt Einsteins Theorie über den Ursprung des Universums auf den Kopf © Keystone/Getty Images Albert Einstein

So gut wie jeder kennt Albert Einsteins Relativitätstheorie — aber kaum einer kann sie erklären. Möglicherweise weiß der ein oder andere noch, dass diese hochkomplexe Theorie irgendetwas mit Raum, Zeit und Gravitationskraft zu tun hat. Was jedoch tatsächlich im Detail hinter der Relativitätstheorie steckt, die Einstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts formulierte, ist eine Sache, mit der sich seit ihrer Veröffentlichung zahlreiche Kosmologen, Physiker sowie andere Experten auf diesem Gebiet beschäftigen.

Die Relativitätstheorie konnte in den vergangenen Jahrzehnten zahlreichen Proben standhalten. Einige Mysterien unseres Universums kann sie allerdings nicht erklären, darunter die Dunkle Energie, die das Universum zum Ausdehnen bringt.

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Ein zweiter Urknall wird das Universum auslöschen — Harvard-Forscher wissen jetzt, wann das passiert Das Universum könnte genau so enden, wie es entstanden ist: mit einem großen Knall. Das geht aus einer Studie von Physikern der Harvard Universität hervor. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Destabilisierung des Higgs-Bosons — eines winzigen Quantenteilchens, das anderen Teilchen Masse gibt — zu einer Explosion von Energie führen kann, die alles im Universum erfassen und die Gesetze der Physik und Chemie umkippen würde. Die Physiker kalkulierten in ihrer Studie, die im vergangenen Monat im Journal „Physical Review D“ erschienen ist, auch, wann das Universum möglichweise sein Ende finden könnte. Ihr müsst euch noch keine Sorge machen.

Bislang hat es aber keine vergleichbare oder gar konkurrierende Theorie zum Thema Raum und Zeit gegeben, die gleichzeitig — zumindest ansatzweise — Aufschluss über Themen wie die Gravitationskraft, schwarze Löcher oder die Ausdehnung des Universums gibt. In einer neuen Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Austronomy“ erschienen ist, ist es einem Forscherteam der Durham University in Großbritannien gelungen, mit Hilfe von Supercomputern eine Alternative zu Einsteins Theorie zu entwickeln.

Wieso Supercomputersimulationen Einsteins Relativitätstheorie auf den Kopf stellen

Durch den Einsatz sogenannter Supercomputer haben die britischen Wissenschaftler es geschafft, eine Simulation des Kosmos zu erschaffen. Die Besonderheit daran ist, dass dafür nicht etwa die klassische Relativitätstheorie herangezogen wurde, sondern die sogenannte Chamäleontheorie, die auch als f(R)-Gravitation bezeichnet wird.

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Der wesentliche Unterschied zu Einsteins Theorie besteht darin, dass die Gravitation dieser Theorie zufolge, wie der Name bereits impliziert, veränderbar und nicht wie Einstein zufolge konstant ist. Wie sich die Gravitationskraft dabei verändert, hänge laut Studie von der Dichte der Materie ab. Die unter dieser Annahme durchgeführte Simulation ergab, dass Galaxien, wie etwa unsere Milchstraße, auch bei unterschiedlichen, veränderbaren Gravitationsgesetzen gebildet werden können. Diese Ergebnisse sprechen demnach für die Chamäleontheorie, die jedoch trotzdem noch weiter erforscht werden muss.

Laut Forscherteam könnte diese neue Theorie zukünftig auch dabei helfen, zu verstehen, wie genau und unter welchen Umständen das Universum sich ausdehnt und ob dabei die dunkle Energie tatsächlich eine Rolle spielt.

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Wissenschaftler stellen unglaubliche Theorie über Tintenfische auf Eine neue Studie behauptet schier Unglaubliches: Tintenfische sollen vor Millionen von Jahren via Meteorit aus dem All auf die Erde gekommen sein. Okay, krass.Man mag sich ob der Absurdität dieser These versucht fühlen, das Ganze als schlechten Scherz abzutun. Doch die Theorie dahinter wird von einem Team bestehend aus 33 weltweit verstreuten Wissenschaftlern vertreten. Ihre Argumentation haben die Forscher im Fachjournal Progress in Biophysics & Molecular Biology veröffentlicht. Darin heißt es: Tintenfische sind vor 540 Millionen Jahren durch einen außerirdischen Virus entstanden.

Wie sieht es aber nun mit Einsteins Relativitätstheorie aus? Gilt diese nun möglicherweise als überholt oder sogar falsch? Die Antwort auf diese Frage lautet: nicht unbedingt. Die Forscher sind sich entsprechend einig darüber, dass die Allgemeine Relativitätstheorie nicht falsch sein muss, sondern womöglich einfach nicht die einzige zutreffende Theorie darstelle.

Das größte Radioteleskop der Welt soll bald Aufklärung schaffen

Was die neue Gravitationstheorie angeht, müssen in Zukunft noch viele Versuche erfolgen, um weitere bestätigende Ergebnisse und Beweise zu sammeln. Der nächste von den britischen Wissenschaftlern geplante Schritt sei erst einmal, Beobachtungen mit dem sogenannten Square Kilometre Array-Teleskop, dem größten Radioteleskop der Welt, durchzuführen. Es befindet sich derzeit noch im Bau. Diese und weitere Forschungsinitiativen sollen in den folgenden Jahren hoffentlich mehr Licht ins Dunkle bringen, was vermutlich auch in Albert Einsteins Sinne gewesen wäre.

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