Wissen & Technik Neue Quarantäne-Regeln: Erst macht Lauterbach Vorschläge, dann schießen Länderminister quer

09:18  06 januar  2022
09:18  06 januar  2022 Quelle:   businessinsider.de

Bndesliga: Corona-Wirbel gibt Lauterbach Hoffnung

  Bndesliga: Corona-Wirbel gibt Lauterbach Hoffnung SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich zum Coronafall von Niklas Süle und den damit verbundenen Folgen geäußert. Julian Nagelsmann hätte offenbar beinahe sein Comeback verpasst. Karl-Heinz Rummenigge kritisierte derweil die 50+1-Regel. Alle News und Gerüchte zum FC Bayern München im Überblick. © Bereitgestellt von SPOX SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich zum Coronafall von Niklas Süle und den damit verbundenen Folgen geäußert. Hier geht's zu den News und Gerüchten über den FC Bayern vom Vortag.

Wie lange müssen Corona-Infizierte und Kontaktpersonen künftig in Quarantäne? Um diese Frage dreht sich am Freitag das Treffen des Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Am Mittwoch machte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen ersten Vorschlag:

  • Infizierte und Kontaktpersonen – auch wenn sie der Omikron-Variante ausgesetzt waren – dürfen grundsätzlich nach sieben Tagen aus der Quarantäne. Bedingung: ein negativer PCR- oder – so heißt es in dem internen Papier – "hochwertiger" Antigen-Test. Ohne Test kann man nach zehn Tagen aus der Quarantäne.
  • Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur, also Beschäftigte in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, können bereits nach fünf Tagen aus der Quarantäne, wenn sie einen negativen PCR-Test vorweisen können.
  • Lauterbachs Vorschlag sieht zudem eine Reihe von Personen vor, die überhaupt nicht erst in Quarantäne müssen: Geboosterte, frisch doppelt Geimpfte (wenn die zweite Impfung weniger als zwei Monate zurückliegt), Genesene (Erkrankung liegt weniger als zwei Monate zurück) und geimpfte Genesene.
Der Vorschlag des Gesundheitsministers Karl Lauterbach zu verkürzten Quarantäne-Zeiten © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Der Vorschlag des Gesundheitsministers Karl Lauterbach zu verkürzten Quarantäne-Zeiten

Länder wollen kürzere Quarantäne als Lauterbach für bestimmte Berufsgruppen

Kaum war der Vorschlag raus, stellten sich jedoch die Gesundheitsminister der Bundesländer auf einer Konferenz am späteren Nachmittag quer. Der Tenor: alles viel zu kompliziert. Auf Initiative von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz beschlossen die Länder einstimmig, dass symptomfreie Kontaktpersonen grundsätzlich nach sieben Tagen die Quarantäne mittels eines negativen PCR-Tests verlassen können – auch Ungeimpfte. Anders als Lauterbach gelten Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht nur für Personen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben oder erneut genesen sind.

„Einer der größten Experten, die wir haben“: Grünen-Politiker spricht sich für Lauterbach als Gesundheitsminister aus

  „Einer der größten Experten, die wir haben“: Grünen-Politiker spricht sich für Lauterbach als Gesundheitsminister aus Scholz gilt nicht als Fürsprecher Lauterbachs + Machtkampf bei den Grünen ist entschieden + Braun: Ampel-Koalitionsvertrag ist „unausgegoren“ + Der Newsblog. © Foto: Kay Nietfeld/dpa Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat sich für Karl Lauterbach als neuen Gesundheitsminister ausgesprochen. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat sich für Karl Lauterbach als neuen Gesundheitsminister ausgesprochen. "Ich schätze Karl Lauterbach ausgesprochen", sagte Dahmen dem "Spiegel".

Der zweite Unterschied zum Lauterbach-Vorschlag: Wer infiziert ist oder als enge Kontaktperson gilt, aber zum "medizinischen und pflegerischen Personal, zur Kinderbetreuung und zu Bildungseinrichtungen, zur Polizei, zur Feuerwehr, zum Rettungsdienst, zur Telekommunikation sowie Energie- und Wasserversorgung" zählt, darf bereits nach fünf anstatt nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test die Quarantäne verlassen.

Der Beschluss der Gesundheitsminister der Länder als Download

Offen bei dem Ländervorschlag ist jedoch, wie lange infizierte Personen, die nicht in der kritischen Infrastruktur arbeiten, in Quarantäne müssen. Der ursprüngliche Beschlussentwurf sah vor, das in dem Fall die Quarantäne zehn Tage lang gilt. Das wären drei Tage länger als bei Lauterbach. Verkürzen auf sieben Tage hätten das bereits alle Personen mit einer Zweifachimpfung ohne zeitliche Einschränkung können sollen – was jedoch zu wenig Schutz bieten würde, so Experten. Im Rahmen der Beratungen wurde der Passus darum ersatzlos gestrichen.

Und was gilt nun für die Bevölkerung? Beide Varianten vorerst nicht, wenngleich absehbar ist, dass diejenigen, die geboostert sind, in jedem Fall nicht mehr in Quarantäne müssen. Das entscheidende Wort haben erst am Freitag Kanzler und Ministerpräsidentinnen und -präsidenten. Bis dahin, heißt es aus Lauterbachs Gesundheitsministerium, wolle man sich den Beschluss der Länder anschauen und die eigenen Regelungen hinsichtlich der Ausnahmen eventuell vereinfachen.

Corona-Pandemie: Lauterbach macht Hoffnung auf Ende der Pandemie – Bundestag berät kürzere Quarantäne .
Corona-Pandemie: Lauterbach macht Hoffnung auf Ende der Pandemie – Bundestag berät kürzere QuarantäneBundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie für die allgemeine Impfpflicht geworben. „Langfristig werden wir die Pandemie in Deutschland nur beenden können, wenn der allergrößte Teil der Menschen so geimpft ist, dass schwere Verläufe auch mit neuen Varianten des Coronavirus nicht erwartet werden“, sagte Lauterbach am Donnerstag im Bundestag.

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