Wissen & Technik Nach Insolvenzverfahren: Großbäckerei übernimmt DHDL-Startup Kuchentratsch

22:50  04 oktober  2022
22:50  04 oktober  2022 Quelle:   businessinsider.de

Pleite für Maschmeyer: Das "Höhle der Löwen"-Startup Kuchentratsch meldet Insolvenz an

  Pleite für Maschmeyer: Das Das Münchner Social-Startup Kuchentratsch steht vor dem Aus. Am 18. Juli 2022 musste das junge Unternehmen Insolvenz anmelden. Gründe dafür seien vor allem die angespannte wirtschaftliche Lage im Zuge der Corona-Pandemie und eine nicht ganz so erfolgreiche Finanzierungsrunde. © Bereitgestellt von Finanzen.net SAEED KHAN/AFP/Getty Images Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl investierten in das StartupÖffentliche Bekanntheit erlangte das Startup "Kuchentratsch" durch die Fernsehshow "Die Höhle der Löwen".

Schaut äußerst zuversichtlich in die Zukunft: Kuchentratsch-Gründerin Katharina Mayer. © Kuchentratsch Schaut äußerst zuversichtlich in die Zukunft: Kuchentratsch-Gründerin Katharina Mayer.
Schaut äußerst zuversichtlich in die Zukunft: Kuchentratsch-Gründerin Katharina Mayer.

Tief im Innern habe sie gewusst, dass es das noch nicht gewesen sei. So lässt sich die Kuchentratsch-Gründerin Katharina Mayer in einer aktuellen Mitteilung zitieren. Es geht um die erfolgreiche Übernahme ihres insolventen Startups durch die Münchner Großbäckerei Höflinger Müller.

Ende Juli hatte das Unternehmen Kuchentratsch beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Mayer schrieb damals auf Linkedin: „Mein Herz ist gebrochen.“ Nur kurze Zeit später aber flackerte bereits der erste Silberstreif am Horizont. Ebenfalls auf Linkedin war Anfang September nämlich zu lesen: „Hinter uns liegt eine ereignisreiche Zeit – Jetzt gibt es Hoffnung für unsere Backstube. Gemeinsam mit einem starken Partner wollen wir wieder loslegen und leckere Omakuchen backen.“

Lilo: Bei diesem Startup kann man Anteile an Luxuswohnungen kaufen

  Lilo: Bei diesem Startup kann man Anteile an Luxuswohnungen kaufen Das britische PropTech-Startup Lilo wurde erst im April 2022 gegründet und erhielt bereits in einer Finanzierungsrunde drei Millionen Euro von Investoren wie 468 Capital. Das Geschäftsmodell von Lilo sieht vor, Anteile an begehrten Wohnungen an Investoren zu verkaufen. © Bereitgestellt von Finanzen.net DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images Über Lilo Miteigentümer von Traumwohnungen werdenEin schönes Haus in Barcelona oder London zu besitzen ist wahrscheinlich von vielen Personen ein Traum. Das erst jüngst gegründete Startup Lilo möchte seinen Kundinnen und Kunden genau das ermöglichen - zumindest teilweise.

Der Insolvenzverwalter Max Liebig äußerte sich ebenfalls in der Münchner TZ optimistisch, was eine mögliche Rettung des Kuchen-Startups anging: Es lägen sogar gleich mehrere verbindliche Angebote für eine Übernahme vor, hieß es da. „Das Rezept für die Rettung: Dem 2014 gegründeten Startup soll ein starker Partner an die Seite gestellt werden, mit dem es die Folgen der Corona-Pandemie auffangen und neue Ideen umsetzen kann“, sagte Liebig.

Jetzt ist auch bekannt geworden, welches Angebot letztlich überzeugt hat und wer dieser neue, starke Partner sein soll: Die Großbäckerei Höflinger Müller GmbH steigt in das Kuchen-Startup ein. Das Unternehmen betreibt in München, Ober- und Niederbayern mehr als 140 Filialen und vereint derzeit die drei Bäcker-Marken Müller, Höflinger und Weinzierl. Und nun also auch Kuchentratsch.

Gehälter bis November gesichert: Toilettenpapierhersteller Hakle meldet Insolvenz an

  Gehälter bis November gesichert: Toilettenpapierhersteller Hakle meldet Insolvenz an Die Hakle GmbH in NRW hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.Die „massiv gestiegenen Kosten für Material- und Energiebeschaffung sowie der Transporte“ hätten bislang nicht in hinreichendem Umfang an die Kunden im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriesektor weitergegeben werden können, klagte das Unternehmen. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.

Kuchenhandel und Sozialunternehmen

Corona hatte Mayers Unternehmen sehr zugesetzt. Sie betreibt in München eine Backstube, in der mehr als 50 Seniorinnen und Senioren verschiedenste Kuchen backen, die Kunden über den Kuchentratsch-Onlineshop bestellen können. Seit 2019 bietet Kuchentratsch dort auch Backmischungen an. Dabei ist das Kuchen-Geschäft nur ein Teil der Ursprungsidee der Gründerin, der andere, wichtige und eigentlich einst ihre Motivation zur Gründung ist, dass die älteren Menschen so Gelegenheit zum Austausch, zum „Tratsch“, haben, eine Beschäftigung finden und gebraucht werden.

Nach eigenen Angaben setzte Kuchentratsch 2021 mehr als 800.000 Euro um. Es gab Pläne, in eine größere Backstube mit angeschlossenem Café umzuziehen - allerdings scheiterten diese an Finanzierungslücken, die sich auch durch eine Crowdfunding-Kampagne nicht hatten schließen lassen. Auch schienen die Altinvestoren, darunter DHDL-Löwe Carsten Maschmeyer, nicht bereit gewesen zu sein, die Lücke zu schließen. „Die Kuchentratsch GmbH hat die Anschlussfinanzierung für dieses Jahr geplante und notwendige Investitionen nicht erfolgreich abschließen können, was zu einem Liquiditätsengpass geführt hat", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Juli.

All das haben die Münchnerinnen nun also überwunden. Ab Oktober wollen sie mit einem neuen und vergrößerten Team wieder durchstarten, verkündet das Startup.

Das sind die 10 stärksten Startup-Marken Deutschlands .
Zum zweiten Mal in Folge zeigt das „German Startup Brand Ranking“, wer Deutschlands stärkste Marken sind. Platz 1 belegt das Social-Impact-Startup Share. © Share Auf dem ersten Platz des German Startup Brand Rankings landet die Marke Share. Zum zweiten Mal in Folge haben Jung von Matt und Appinio ihr „German Startup Brand Ranking“ veröffentlicht. Dafür wurden insgesamt 208 deutsche Startups analysiert.

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