Wissen & Technik Nach dem Smartphone süchtig zu sein, könnte Teile eures Gehirns schrumpfen lassen – auf ähnliche Weise wie Drogen

19:55  25 februar  2020
19:55  25 februar  2020 Quelle:   businessinsider.de

Forscher raten: Wer seine Gehirnleistung verbessern will, sollte eine Sache nicht mehr tun

  Forscher raten: Wer seine Gehirnleistung verbessern will, sollte eine Sache nicht mehr tun

Eine neue Studie legt nahe, dass Smartphone-Abhängigkeit eine schädliche Wirkung auf wichtige Teile des Gehirns haben kann. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Eine neue Studie legt nahe, dass Smartphone-Abhängigkeit eine schädliche Wirkung auf wichtige Teile des Gehirns haben kann.
  • Eine Studie hat gezeigt, dass Smartphone-Abhängigkeit mit Veränderungen in wichtigen Arealen des Gehirns zusammenhängt – ähnlich wie bei Drogenabhängigkeit.
  • Der Begriff "Smartphone-Sucht" wird zwar in der Wissenschaft noch diskutiert, beschreibt aber im Allgemeinen durch Smartphone-Nutzung verursachte Konzentrationsstörungen und das Gefühl der Ungeduld, wenn man sein Gerät nicht in der Hand hält.
  • Aus früheren Studien ist zwar bekannt, dass Menschen im Zusammenhang mit der Nutzung von Smartphones ein Suchtverhalten zeigen können, doch diesmal haben die Forscher offenbar erstmals physische Anzeichen einer Sucht im Gehirn entdeckt.
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Am iPhone festzukleben, ist viel gesellschaftsfähiger, als von irgendwelchen illegalen Substanzen abhängig zu sein. Aber eine neue Studie legt nahe, dass die Abhängigkeit von technischen Geräten eine ähnlich schädliche Wirkung auf wichtige Teile des Gehirns haben kann, wie Drogen.

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Für die Studie, die an mehreren Universitäten und Forschungszentren in Europa durchgeführt wurde, wurden 22 Personen zwischen 18 und 30, die die Kriterien einer Smartphone-Sucht erfüllten, mit 26 Personen verglichen, die diese Kriterien nicht erfüllten. Mit Hilfe von MRT-Untersuchungen analysierten die Forscher die Größe und das Aktivitätsniveau bestimmter Hirnregionen.

Hirn von exzessiven Smartphone-Nutzern zeigt Zeichen von Substanzabhängigkeit

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Testpersonen, die als Smartphone-Süchtige galten, in mehreren Bereichen des Hirns ein geringeres Volumen an grauer Substanz (die hauptsächlich aus Hirn-Zellkörpern besteht) hatten, einschließlich der linken vorderen Insula. Dieses Areal wird mit Substanzabhängigkeit assoziiert, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

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Das Team fand auch heraus, dass je höher die Punktzahl auf einer Skala zur Messung der Smartphone-Abhängigkeit war, die Aktivität und das Volumen im rechten vorderen cingulären Kortex umso niedriger war. Dieser Hirnbereich wird mit Empathie, Impulskontrolle, Emotionen und Entscheidungsfindung assoziiert und ist auch bei anderen Arten von Sucht betroffen.

Den Forschern zufolge sind diese Ergebnisse der erste Hinweis darauf, dass sich eine zu starke Bindung an das Telefon nicht nur auf das eigene Verhalten auswirkt, sondern dass sich auch das Gehirn physisch verändert.

Die Studie war zwar klein und nicht geeignet, um einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen, sodass weitere Forschung erforderlich ist, doch die Wissenschaftler schreiben, dass ihre Ergebnisse "die Annahmen über die Unschädlichkeit von Smartphones infrage stellen, zumindest für Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Suchtverhalten besteht".

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Foto: sourceHorvath et al 2020/Addictive Behaviors

Übermäßige Smartphone-Nutzung wird mit vielen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht

Viele Wissenschaftler lehnen den Begriff "Smartphone-Sucht" ab. Manche von ihnen denken, dadurch würden die körperlichen Auswirkungen anderer Arten von Sucht heruntergespielt. Andere sagen, der Schuldige sei nicht das Gerät selbst, sondern die App oder das Internet.

Aber die Forschung zeigt deutlich, dass "exzessive und psychosozial dysfunktionale Smartphone-Nutzung" — typischerweise gemessen an einer starken Zustimmung zu Aussagen wie "Ich kann mich im Unterricht, bei Hausaufgaben oder bei der Arbeit aufgrund der Smartphone-Nutzung nur schwer konzentrieren" und "Ich fühle mich ungeduldig und gereizt, wenn ich mein Smartphone nicht in der Hand halte" — sehr ähnlich wie andere Arten von Sucht aussehen und schwerwiegende negative Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit haben kann.

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Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Experten die Liste bald um ein verringertes Hirnvolumen und eine verringerte Hirnaktivität erweitern könnten. Smartphone-Abhängigkeit wäre dann endgültig als Sucht anzuerkennen.

"Ich sage den Leuten immer, wenn sie ihrem Kind ein Tablet oder ein Handy geben, dann geben sie ihm in Wirklichkeit eine Flasche Wein oder ein Gramm Kokain", sagte Mandy Saligari, Sucht- und Erziehungsexpertin einer Londoner Reha-Klinik, auf einer Konferenz. Zuvor war bekannt geworden, dass schon Kinder im Alter von 12 Jahren wegen Smartphone-Sucht Entzugskliniken aufsuchen.

"Warum", fragte sie, "schenken wir diesen Dingen so viel weniger Aufmerksamkeit als Drogen und Alkohol, wenn sie die gleichen Schäden im Gehirn anrichten?"

Dieser Artikel wurde von Marleen van de Camp aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

image-1137bddbafaf80842c96cbd3644e8bc52763d167 © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland image-1137bddbafaf80842c96cbd3644e8bc52763d167

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