Wissen & Technik Bazooka für die Wirtschaft, Platzpatrone für die Bildung

17:56  25 mai  2020
17:56  25 mai  2020 Quelle:   rp-online.de

Coronakrise: Warum auch Zombie-Unternehmen mit Hilfe rechnen können

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Berlin. Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Unternehmen mit milliardenschweren Programmen vom Staat gerettet werden, während die Schulbildung in die private Verantwortung (vor allem) der Mütter und Väter rutscht. Für die Rettung der Bildung müssen endlich auch schwere Geschütze aufgefahren werden.

 Lernen mit Abstand: Um in den nächsten Monaten die Schulbildung zu sichern, bedarf mehr als nur der Organisation von Schichtunterricht. © Christoph Schmidt Lernen mit Abstand: Um in den nächsten Monaten die Schulbildung zu sichern, bedarf mehr als nur der Organisation von Schichtunterricht.

Die Sechs- bis 18-Jährigen in Deutschland sind dabei, ein ganzes Schuljahr zu verlieren. Ein paar Wochen lassen sich aufholen, ein paar Monate reißen bleibende Lücken, ein ganzes Jahr werden die Schülerinnen und Schüler von heute ihr Leben lang mit sich herumtragen. Das müsste nicht so sein.

Deloitte-Prognosen "eine schlimme Prognose für die Arbeitslosigkeit"

 Deloitte-Prognosen Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht Shadow Amanda Rishworth, Ministerin für frühkindliche Bildung, sagt, dass die Rücknahme der Sozialleistungen für Arbeitslose „schlimme Folgen für unsere Wirtschaft und das Leben der Australier haben könnte die wieder arbeiten wollen “.

So lange es keinen Impfstoff und kein Medikament gegen das Coronavirus gibt, werden die Schulen nicht zur Normalität zurückkehren können. Das darf aber nicht bedeuten, dass es vor allem von den Eltern und auch vom individuellen Engagement einzelner Lehrern abhängt, was die Kinder in der Ausnahmesituation noch lernen. Die Gefahr ist groß, dass sich die Leistungsunterschiede von Kindern aus bildungsfernen und bildungsnahen Elternhäusern weiter vergrößern. Das deutsche Schulsystem hat zwei große Defizite: Die fehlende Chancengleichheit für Kinder aus allen Schichten und die mangelnde Digitalisierung. Auf beide Probleme wirft die Corona-Krise ein grelles Schlaglicht. Nun rächt sich besonders hart, dass auf beiden Feldern zu wenig unternommen wurde.

Mnuchin - schweren Folgen für US-Wirtschaft durch Verzögerungen bei Wiedereröffnung

  Mnuchin - schweren Folgen für US-Wirtschaft durch Verzögerungen bei Wiedereröffnung USA/VIRUS/MNUCHIN:Mnuchin - schweren Folgen für US-Wirtschaft durch Verzögerungen bei WiedereröffnungDie Demokraten im Repräsentantenhaus hatten zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ein weiteres Hilfspaket von mehr als drei Billionen Dollar vorgeschlagen. Mnuchin kritisierte den Vorschlag, er sei "sehr parteiisch". Er könne nicht sehen, dass es im gegenwärtigen Rahmen erfolgsversprechend sei. Das vorgeschlagene Rettungspaket umfasst fast eine Billion Dollar an Hilfe für staatliche und lokale Regierungen. Es könnte noch in dieser Woche zur Abstimmung vorliegen.

Die Konsequenz daraus kann aber nicht das Weiter-vor-sich-Hinwursteln sein. Es ist völlig indiskutabel, für die Rettung der Wirtschaft mit milliardenschweren Rettungspaketen die Bazooka auszupacken und sich derweil im Bildungssystem mit Platzpatronen zu begnügen. Am Tag, an dem sich die Regierung zusätzlich mit einem einzigen Unternehmen, der Lufthansa, auf ein Rettungspaket von rund 9 Milliarden Euro einigt, geht es in den Schulen landauf landab darum, den Kindern und Jugendlichen mit Bordmitteln noch ein paar Unterrichtsstunden bis zu den Sommerferien zu sichern. Dieses Vorgehen ist zukunftsvergessen. Zur Wohlstandswahrung reicht es nicht, die Unternehmen von heute zu retten, auch die Erfinder, die Reformierer, die Pioniere und die Arbeitskräfte von morgen müssen ausgebildet werden. Es ist höchste Zeit auch für das Bildungssystem endlich schwere Geschütze aufzufahren. Für die Schülerinnen und Schüler muss weiter gedacht werden, als nur den Schichtunterricht bis zu den Sommerferien zu organisieren und in den Tagen der Abwesenheit kopierte Aufgabenzettel ausfüllen zu lassen.

Die Zukunft von Gen Z als Klasse von 2020 geht ins Chaos

 Die Zukunft von Gen Z als Klasse von 2020 geht ins Chaos Die ältesten Mitglieder von Gen Z beobachten, wie die Coronavirus-Pandemie ihre Zukunftspläne vereitelt. © Samantha Lee / Business Insider Samantha Lee / Business Insider Die Träume von Highschool-Senioren von der traditionellen College-Erfahrung wurden gelöscht, da sie sich fragen, ob sie sich dieses Jahr überhaupt einschreiben werden. Inzwischen geraten College-Senioren in eine gelähmte Wirtschaft mit mehr als 33 Millionen Arbeitslosenansprüchen.

Was heißt das konkret für die Organisation des Schulalltags? Die Schulen müssen mit tatkräftiger Unterstützung der ihnen übergeordneten Behörden bereits jetzt die Zeit nach den Sommerferien vorbereiten. Dazu gehört zum Beispiel, dass Lehrerinnen und Lehrer, die nicht digital unterrichten können, spätestens in den Sommerferien systematisch geschult werden. Dazu gehört, dass man bei der Nutzung von Kommunikationssoftware pragmatische Lösungen mit Blick auf den Datenschutz findet. Warum sollen Unternehmen alle möglichen Videoschalt-Konferenzsysteme nutzen können und für Mathe in der achten Klasse geht das nicht? Dann die Ausstattung der Schüler: Ja, es gibt viele Familien, die können sich keine Tablets für ihre Kinder leisten. Um diese Defizite auszugleichen, wurde schon Geld zur Verfügung gestellt. Nicht genug! Am besten sparen sich Bundes- und Landesregierung die in Aussicht gestellten Einmalzahlungen für Kinder und geben den Schulen das Geld, die dann Tablets anschaffen und diese wie sonst die Atlanten an die Kinder verleihen. Das Geld wäre so viel zielführender angelegt, als es schlicht und ohne politische Gestaltungsidee mit der Gießkanne über die Familien zu verteilen und so (vor allem) Müttern und Vätern das Homeschooling zu überlassen. Damit die Ausstattung mit und die Installierung von Tablets reibungslos läuft müssen die Schulbehörden IT-Fachleute einstellen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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Für Kinder, deren Eltern das Lernen zu Hause nicht begleiten können, sollten die Schulen ein Budget bekommen, über das sie Lernassistenten organisieren. Das können Oberstufenschüler, Studenten oder auch Menschen aus anderen Berufsgruppen sein, die durch die Krise weniger Arbeit haben.

Wenn sich in Zukunft „Corona-Jahrgang“ oder „Corona-Abschluss“ nicht als negative Brandmarkung bei Universitäten und Arbeitgebern für Generation der jungen Erwachsenen der 20er Jahre festsetzen soll, dann müssen die sonst so behäbigen Schulministerien der Länder bei der Sicherung des Unterrichts schnell, entschlossen und effizient vorgehen. Ein Stillstand im Sommer, wie er in den Osterferien herrschte, wäre fatal.

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