Wissen & Technik Neuer Star unter den E-Autos: Dieser Wagen soll bald Tesla übertrumpfen — mit einem System, das Elon Musk gar nicht gefällt

17:32  30 juli  2020
17:32  30 juli  2020 Quelle:   businessinsider.de

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  Neuer Star unter den E-Autos: Dieser Wagen soll bald Tesla übertrumpfen — mit einem System, das Elon Musk gar nicht gefällt © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland

Ein Tesla-Killer wollen sie bei Lucid Motors nicht sein. Die Welt sei schließlich groß genug für zwei kalifornische E-Autobauer im Luxussegment, hat Firmenchef Peter Rawlinson jüngst gesagt. Fürchten aber soll sich Tesla vor dem neuen Konkurrenten schon. Am 9. September will Lucid Motors sein lang erwartetes E-Auto Lucid Air vorstellen. Anfang 2021 soll es auf den Markt kommen. Das verkündete der Autobauer aus der Nähe von San Francisco am Mittwoch. Der Showdown mit Tesla rückt also näher.

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  Tesla wertvoller als Toyota: Erst belächelt, dann gefürchtet Lange belächelt und nicht ernst genommen, jetzt an der Spitze: Tesla ist seit zehn Jahren an der Börse notiert – und es sieht bisher nicht danach aus, als dass die deutschen Autobauer dem etwas Substanzielles entgegenzusetzen hätten. Es sollte wohl witzig klingen: „Wir sind die Einzigen, die mit Elektroautos Geld verdient haben“, sagte vor fünf Jahren Daimler-Chef Dieter Zetsche. Daimler hatte 2009 einen beträchtlichen Anteil von Tesla zu einem (aus heutiger Sicht) Spottpreis von 50 Millionen US-Dollar erworben. Doch zwischenzeitlich hat sich Daimler von den Anteilen mit Gewinn getrennt.

Ohne Tesla hätte es den Lucid Air wohl so nie gegeben. Tatsächlich arbeitete Rawlinson selbst einst unter Elon Musk, ja entwarf die Tesla-Luxuslimousine Model S, ehe er Anfang der 2010er-Jahre zum Rivalen wechselte. Jetzt will er seine Tesla-Schöpfung übertrumpfen.

Hier bekommt ihr in einem Lucid-Air-Werbevideo einen ersten Einblick:

Tesla-Chef Elon Musk kritisiert Fahrassistenten, den Lucid Motors benutzt

Um dieses Kunststück zu schaffen, hat Rawlinsons Unternehmen unter anderem das Fahrassistenzsystem Lucid DreamDrive entwickelt. Dafür sind 32 Sensoren im Fahrzeug montiert. Sie bestehen aus Kameras, Radarerfassung und sogenannten Lidar-Laserscannern, die mithilfe von Laserstrahlen Abstand und Geschwindigkeit fremder Objekte messen sollen. Der Fahrassistent soll bei jeder Wetterlage funktionieren, verspricht das Unternehmen.

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19 Funktionen zum sicheren und angenehmeren Fahren sowie zum Parken sollen bis zum Verkaufsstart verfügbar sein. Acht weitere sollen später dazukommen. Zu den Funktionen gehören eine automatische Notbremsfunktion, die Anzeige des toten Winkels, ein automatischer Parkassistent sowie Warnungen für abgelenkte oder schläfrige Fahrer. Auch Signale von Verkehrsampeln soll das System erfassen können. (Hier geht's zum entsprechenden Lucid-Blogeintrag.)

Noch vor gut einem Jahr sagte Tesla-Chef Elon Musk, Lidar-Laserscanner seien überflüssig "wie ein Blinddarm" und "zum Scheitern verurteilt". Sein Unternehmen setzt allein auf Kameras, Radar — und eine Unmenge an Daten, die den Fahrassistenten mit nötigen Erfahrungswerten füttern und so verbessern sollen. (Mehr zur Debatte lest ihr in diesem Artikel.)

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Billiger machen dürfte das neue Fahrassistenzsystem den Lucid Air jedenfalls nicht. Noch gibt es für das E-Auto, das bis zu 350 Kilometer pro Stunde schnell sein und eine Reichweite von 640 Kilometer haben soll, keinen festen Preis. Branchenkreise gehen aber davon aus, dass Käufer um die 100.000 Euro hinlegen müssen. Damit wäre das E-Auto teurer als Teslas Model S (Einstiegspreis: knapp 80.000 Euro, Spitzengeschwindigkeit 250 km/h, Reichweite 610 Kilometer).

Lucid Air © Lucid Motors Lucid Air

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