Wissen & Technik China erwartet Absturz von Raumstation "Tiangong-1" für Montag

14:05  01 april  2018
14:05  01 april  2018 Quelle:   dw.com

Tiangong 1: Zu Ostern regnet's Weltraumschrott

  Tiangong 1: Zu Ostern regnet's Weltraumschrott Tiangong 1: Zu Ostern regnet's WeltraumschrottSie war Chinas Vorzeigeprojekt im All: die erste eigene Raumstation der Volksrepublik. Dieser Tage wird Tiangong 1 unkontrolliert verglühen.

China erwartet Absturz von Raumstation © picture-alliance/dpa/CMSE/Europa Press China erwartet Absturz von Raumstation "Tiangong-1" für Montag

Einen genauen Zeitpunkt nannte die chinesische Raumfahrtbehörde nicht. Sie bekräftigte, für Menschen bestehe keine Gefahr. Das Weltraumlabor "Tiangong-1" ist zwölf Meter lang und wiegt rund acht Tonnen.

Vertreter der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) erklärten, nach derzeitigem Stand würden Teile des chinesischen Raumlabors voraussichtlich zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen auf die Erde stürzen, am wahrscheinlichsten etwa gegen 2.25 Uhr MESZ in der Nacht zum Ostermontag.

"Mit etwas Glück kann man den ein oder anderen Kontinent ausschließen"

  "Mit etwas Glück kann man den ein oder anderen Kontinent ausschließen"Irgendwann zwischen dem 30. März und dem 2. April wird die chinesische Raumstation Tiangong 1 auf die Erde stürzen. Warum man nicht genauer weiß, wann die Station wo hinfällt, erklärt Holger Krag, Leiter der Abteilung für Weltraumschrott bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Deutschland nicht betroffen

Deutschland wird nach Angaben der ESA nicht betroffen sein. Das Gebiet, in dem kleine Trümmer herabfallen könnten, ist riesig - es geht um einen erdumspannenden Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Auf dem 43. Grad nördlicher Breite liegt etwa die südfranzösische Stadt Marseille.

"Es fällt auch nicht alles auf einen Fleck, sondern verteilt sich über eine Schleppe von 1000 bis 1200 Kilometern", erklärte ESA-Experte Holger Krag in Darmstadt. Etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen von "Tiangong-1", zu deutsch: "Himmelspalast" werden voraussichtlich den Eintritt in die Atmosphäre überstehen. Zwar werden viele Teile verglühen. Einige aus besonders hitzebeständigen Materialien bestehende Bruchstücke stürzen jedoch vermutlich auf die Erde.

An Ostern: Chinesisches Raumlabor stürzt ab – kein Kontakt mehr seit 2016

  An Ostern: Chinesisches Raumlabor stürzt ab – kein Kontakt mehr seit 2016 An Ostern: Chinesisches Raumlabor stürzt ab – kein Kontakt mehr seit 2016Das Gebiet, in dem kleine Trümmer des 8,5 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Raumlabors herabfallen könnten, ist riesig - ein erdumspannender Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Auf dem 43. Grad nördlicher Breite liegt etwa die südfranzösische Stadt Marseille.

Verletzungsgefahr geht gegen Null

Weil es in der mögliche Absturzregion viele Wasser- und Wüstenflächen gebe, sei es aber fraglich, ob sich nach dem Absturz überhaupt Teile von "Tiangong-1" finden lassen könnten, sagte Krag. Er ergänzte: "Die Wahrscheinlichkeit für ein Individuum, von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit, von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden."

China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte "Tiangong-1" im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem Außenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten. Im September 2016 schickte China den Nachfolger "Tiangong-2" ins All. Bis 2022 soll daraus eine große, ständig bemannte Raumstation entstehen.

Wie Sternenschnuppen

Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station "wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen wird". Vielmehr werde sie sich in einen "prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust".

haz/qu (rtr, dpa, afp)

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