Wissen & Technik Fälle aus Kanada zeigen: Die britische Mutation könnte schon nach nur einer Sekunde ansteckend sein — wenn man keinen Mund-Nasen-Schutz trägt

09:40  08 februar  2021
09:40  08 februar  2021 Quelle:   businessinsider.de

Coronavirus-Mutation kein Grund zur Panik

  Coronavirus-Mutation kein Grund zur Panik In Großbritannien verbreitet sich eine Mutation des Coronavirus schneller, aber es ist deshalb nicht gefährlicher. Die Impfstoffe wirken, und mittelfristig schwächen Mutationen das Virus zum milden Schnupfen ab. © picture-alliance/Niaid Provided by Deutsche Welle Eine jetzt im Süden von Großbritannien bestätigte Mutation breitet sich laut dem britischen Gesundheitsminister Matt Hancock schneller aus als die bisherige COVID-19-Variante. Anfang der Woche gab es bereits 1.000 Fälle von mit der Mutation infizierten Personen. Das bedeutet aber nicht, dass diese Version tatsächlich gefährlicher ist, so Hancock.

Bisher waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon ausgegangen, dass man sich bei einer anderen Person mit dem Coronavirus ansteckt, wenn man für mindestens 15 Minuten direkt mit dem oder der Infizierten Kontakt hat. Nun zeigen Fälle aus Kanada allerdings, dass die sogenannte Expositionszeit — also die Zeit, in der man dem Virus dann ausgesetzt ist — auch viel kürzer sein kann: Demzufolge kann eine Sekunde Kontakt reichen, um sich zu infizieren.

In der kanadischen Stadt Barrie, nördlich von Toronto, infizierten sich mehrere Menschen mit der Corona-Mutation B.1.1.7 — auch in einem Altenpflegeheim namens „Roberta Place“ gab es einen großen Ausbruch. Darüber berichtet das kanadische Medium „The Globe and Mail“. Innerhalb von drei Wochen wurden 128 der 129 Heimbewohner positiv auf die Virus-Variante getestet, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde. Sie gilt als bis zu 70 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus.

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Genau diese Mutation war es, die die Heimbewohnerinnen und -bewohner im „Roberta Place“ infizierte — und bald auch weitere Einwohner der Stadt. Doch nicht nur in Barrie breitet sich B.1.1.7 aus. Auch andere Städte in der kanadischen Provinz Ontario sind betroffen, zum Beispiel das 300 Kilometer entfernte Kingston oder die Region York. Der örtliche Amtsarzt von York, Karim Kurji, hat daher extra eine Einheit eingerichtet, die sich nur auf Fälle der britischen Mutation konzentriert. So soll verhindert werden, dass es zu weiteren großen Ausbrüchen kommt.

Personen steckten sich in nur wenigen Minuten in einem Laden an

Der Arzt sagte zu „Globe and Mail“, seine Einheit habe schon mehrere Personen ausmachen können, die sich nur wenige Minuten in einem Laden aufgehalten und sich währenddessen offenbar angesteckt hatten. Kurji ist daher in Gesprächen mit der Gesundheitsbehörde von Ontario: Er setzt sich dafür ein, dass die offizielle Grenze, die besagt, ab wann es sich um einen „Hochrisiko-Kontakt“ handelt, herabgesetzt wird. Bisher wird dort jeder „Face-to-Face“-Kontakt mit einem Abstand von bis zu zwei Metern als hochrisikoreich bewertet, der länger als 15 Minuten dauert.

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Und auch das Gesundheitsamt des kanadischen Bezirks Simcoe Muskoka hat bereits bestätigt, dass eine Expositionszeit von nur einer einzigen Sekunde schon genügt, um sich anzustecken — wenn man keine Maske trägt. Der Bezirk überarbeitet bereits seine Kontaktverfolgungssysteme, anstatt sich darauf zu verlassen, dass die infizierten Personen ihre Kontakte selbst zu erfassen, schreibt „The Globe and Mail“.

Auch wenn die Regierung und Gesundheitsämter aus anderen Provinzen bei der Kontaktverfolgung helfen, wird das womöglich nicht reichen, um die Verbreitung der britischen Virusvariante zu stoppen. Das sagte Colin Lee, stellvertretender medizinischer Leiter von Simcoe Muskoka. „Im Moment kämpfen wir darum, jede Person innerhalb von 24 Stunden zu erreichen“, sagte Lee im Gespräch mit kanadischen Journalisten. „Ich glaube ehrlich gesagt, dass wir weiterhin mit immer mehr Fällen überfordert sein werden.“

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In Europa verbreitet sich die neue Virus-Mutation ebenfalls

Auch in den Niederlanden infizieren sich etliche Menschen mit der B.1.1.7-Mutation. Dort ist sie bereits für die Hälfte der Neuinfektionen verantwortlich. In Deutschland wurde die Mutation ebenfalls bereits gefunden.

Gestern meldete die „Süddeutsche Zeitung“, dass die „britische“ Mutation alleine in Köln bereits 88 Mal nachgewiesen wurde. Das Robert-Koch-Institut betont daher, dass es umso wichtiger ist, die bekannten Regeln konsequent einzuhalten — also mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten, regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, Maske zu tragen und drinnen oft zu lüften.

  Fälle aus Kanada zeigen: Die britische Mutation könnte schon nach nur einer Sekunde ansteckend sein — wenn man keinen Mund-Nasen-Schutz trägt © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland

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CANADA-ONTARIO-BARRIE-COVID-19-VARIANT © Zou Zheng/Xinhua via picture alliance CANADA-ONTARIO-BARRIE-COVID-19-VARIANT

Dies könnten schreckliche Neuigkeiten über die britische Coronavirus-Mutation sein. .
© Bereitgestellt von BGR Coronavirus-Todesrisiko Eine vorläufige Coronavirus-Studie aus Großbritannien zeigt, dass die B.1.1.7-Mutation tödlicher ist als andere Versionen des Virus.

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