Wissen & Technik Biontech forscht an 13 neuen Krebs-Medikamenten — und zeigt das neue Produktionswerk in Marburg

14:15  31 märz  2021
14:15  31 märz  2021 Quelle:   businessinsider.de

Neues Biontech-Werk in Marburg startet Impfstoff-Produktion

  Neues Biontech-Werk in Marburg startet Impfstoff-Produktion In dem neuen Werk in Hessen sollen im ersten Halbjahr 250 Millionen Dosen des Impfstoffs hergestellt werden.Sobald das Werk in Mainz voll betriebsbereit ist, will Biontech dort bis zu 750 Millionen Dosen des Impfstoffs gegen Covid-19 jährlich herstellen. Der neue Standort in Marburg gilt als wichtiger Pfeiler in dem Bemühen von Biontech und Pfizer, in diesem Jahr die weltweite Produktionskapazität auf zwei Milliarden Dosen des Impfstoffs zu erhöhen.

250 Millionen Impfdosen bis Ende Juni, weitere 500 Millionen bis zum Jahresende. Und schließlich eine Milliarde Dosen pro Jahr, wenn alles einmal wie am Schnürchen läuft. Das neue Biontech-Werk in Marburg wird zum Dreh- und Angelpunkt in der Versorgung mit dem begehrten Corona-Impfstoff. Und zu einer der größten Fertigungsstätten dieser Art weltweit.

Rund zwei Monate nach dem Produktionsbeginn sollen in den kommenden Tagen die ersten Lieferungen das Werksgelände in der mittelhessischen Stadt verlassen und dann zum sterilen Abfüllen und Etikettieren ins Werk des Biontech-Partners Pfizer im belgischen Puurs gebracht werden. In der zweiten Aprilhälfte werden, nach abschließenden Prüfungen, die ersten Vakzine aus Marburg in den Impfzentren landen — von vielen Menschen sehnlichst erwartet.

EU-Drogenregler, um Biontech, Astra-Impfstoff-Sites

 EU-Drogenregler, um Biontech, Astra-Impfstoff-Sites (Bloomberg) zu genehmigen Angelegenheit. © Bloomberg Die Biontech SE COVID-19-Produktionsstätte in Marburg, Deutschland, am Mittwoch, 2. Dezember, 2020. Das Vereinigte Königreich wurde das erste westliche Land, um einen COVID-19-Impfstoff zu genehmigen, mit seinem Regler, der Pfizer Inc. und Biontech löscht, und Biontech Schuss vor Entscheidungen in den USA und der Europäischen Union.

Bis zum 23. März lieferten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs aus. Und das Auftragsbuch ist prall gefüllt: Für dieses Jahr haben Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben feste Bestellungen über mehr als 1,4 Milliarden Dosen. Die größten Kunden sind die EU mit 500 Millionen bestellten Dosen plus eine Option auf weitere 100 Millionen, danach folgen die USA mit 300 Millionen Dosen.

Über 480 Millionen Euro Umsatz

Die große Nachfrage beginnt sich nun auch positiv auf die Geschäftszahlen des Mainzer Unternehmens auszuwirken. So stieg der Umsatz in dem Ende Dezember abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 482,3 Millionen Euro nach 108,6 Millionen im Jahr davor. Darin enthalten sind Erlöse in Höhe von 270,5 Millionen Euro durch den Covid-19-Impfstoff.

Zwei neue Impfstoff-Werke in der EU

  Zwei neue Impfstoff-Werke in der EU Neue Fabriken in den Niederlanden und Deutschland werden die Versorgung mit Impfstoff beschleunigen, hofft die EU. Die Exportbeschränkungen für Großbritannien werden wohl kommen. Bernd Riegert aus Brüssel. © Robin Utrecht/picture alliance Mehr und schneller: Die EU ist auf der Suche nach Impfstoff und zertifiziert zusätzliche Fabriken Die Impfstoff-Fabrik Halix im niederländischen Leiden hat von der Europäischen Medikamenten-Agentur EMA die überfällige Zulassung erhalten. Dort lässt AstraZeneca schon seit Wochen auf Hochtouren produzieren.

Das Geld, das nun in die Kasse gespült wird, will Biontech ins laufende Geschäft und vor allem in die Forschung stecken. „Wir sehen eine enorme Chance darin, Einnahmen aus unserem Covid-19-Impfstoff in die Forschung zu reinvestieren“, sagte Vorstandschef und Unternehmensmitgründer Ugur Sahin. Biontech treibe die Entwicklung seiner Ansätze für „Immuntherapien der nächsten Generation“ weiter voran. Dabei geht es um Krebstherapien, Infektionskrankheiten, regenerative Therapien, Entzündungsreaktionen sowie Autoimmunerkrankungen samt Allergien.

Aktuell arbeitet Biontech an 13 verschiedenen Krebs-Medikamenten und 14 laufende Studien. Es wird erwartet, dass 2021 drei Phase-2-Studien starten, sowie sechs Phase-1-Studien. Dazu gehören Behandlungen gegen Kopf-Hals-Krebs und schwarzem Hautkrebs.

Biontech und Pfizer gehen davon aus, die Produktion ihrer Impfung bis Ende des Jahres 2021 auf 2,5 Milliarden Dosen zu erhöhen. Grund dafür sind die verbesserten Herstellungsprozesse, sowie die Inbetriebnahme von Biontechs Produktionsstätte in Marburg, schreibt das Unternehmen.

Hier könnt ihr sehen, wie das neue Biontech-Werk in Marburg aussieht:

mit Material von dpa/hr

Virus Outbreak Germany Biontech © AP Photo/Michael Probst via picture alliance Virus Outbreak Germany Biontech

BioNTech-Aktie schwach: Neuer Finanzvorstand berufen - kombinierte Impfung von AstraZeneca und BioNTech wohl hochwirksam .
Der Mainzer Corona-Impfstoffhersteller BioNTech hat den Pharma-Manager Jens Holstein zum neuen Finanzvorstand berufen. Holstein werde seinen neuen Posten zum 1. Juli antreten und BioNTech bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie unterstützen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der bisherige Finanzchef Sierk Poetting werde sich künftig auf seine Aufgaben als operativer Geschäftsführer (Chief Operating Officer, COO) konzentrieren. Holstein arbeitete den Angaben zufolge viele Jahre als Finanzvorstand beim Biotech-Unternehmen MorphoSys und in verschiedenen Management-Funktionen im Fresenius-Konzern.

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