Wissen & Technik Sharkskin-Technologie geht in Serie - Lufthansa Group und BASF

17:40  03 mai  2021
17:40  03 mai  2021 Quelle:   flugrevue.de

Nach Rekordverlust: Schwerer Neustart für Lufthansa

  Nach Rekordverlust: Schwerer Neustart für Lufthansa Das Ende der Corona-Krise lässt auf sich warten. Die Lufthansa rechnet daher mit einem weiteren schweren Jahr. Weitere Staatshilfe will Chef Carsten Spohr aber nicht in Anspruch nehmen.Der Geschäftseinbruch in der Corona-Krise hat der Lufthansa im abgelaufenen Jahr einen Rekordverlust von 6,7 Milliarden Euro eingebracht nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor. Der Umsatz des MDax-Konzerns brach um fast zwei Drittel auf 13,6 Milliarden Euro ein. Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) belief sich auf 5,45 Milliarden Euro nach einem Plus von gut 2 Milliarden im Vorjahr. Eine Dividende für die Aktionäre wird es erneut nicht geben.

Lufthansa Cargo stattet ab 2022 alle Boeing-777-Frachter mit "AeroSHARK" aus, um damit den Treibstoffverbrauch zu senken.

Lufthansa Cargo stattet ab 2022 alle Boeing-777-Frachter mit „AeroSHARK“ aus, um damit den Treibstoffverbrauch zu senken. © Lufthansa Technik Lufthansa Cargo stattet ab 2022 alle Boeing-777-Frachter mit „AeroSHARK“ aus, um damit den Treibstoffverbrauch zu senken.

Bei "AeroSHARK" handelt es sich um einen Klebefilm, der der feinen Struktur von Haifischhaut nachempfunden ist. Die Oberflächenstruktur besteht aus rund 50 Mikrometer großen Rippen – den sogenannten Riblets – mit deren Hilfe die Aerodynamik an strömungsrelevanten Stellen des Flugzeuges optimiert (das heißt der Reibungswiderstand gesenkt) wird. Dadurch wird insgesamt weniger Treibstoff benötigt, so die Prognose.

Inlandsverkehr: ICE-Sprinter sollen Lufthansa-Flüge ergänzen

  Inlandsverkehr: ICE-Sprinter sollen Lufthansa-Flüge ergänzen Inlandsverkehr: ICE-Sprinter sollen Lufthansa-Flüge ergänzenFür Lufthansa-Chef Carsten Spohr beginnt heute eine neue Zeitrechnung. Das Unternehmen, das wie kaum ein anderer deutscher Konzern unter der Coronapandemie leidet, will eine engere Kooperation mit der Deutschen Bahn verkünden. Der Schienenkonzern soll künftig noch mehr Lufthansa-Kunden als bisher zum Flug und nach der Landung an ihr Ziel bringen. Den Schritt zu einem nachhaltigeren Transport sei, so der Manager, „sowohl für die Lufthansa als auch für mich persönlich eine Herzensangelegenheit“, sagte Spohr Anfang März, als er die Bilanz für das Krisenjahr 2020 vorstellte.

Für den Einsatz an den zehn Frachtflugzeugen vom Typ Boeing 777F der Lufthansa Cargo rechnet Lufthansa Technik dadurch mit einer Reibungsverminderung von mehr als einem Prozent. So werden jährliche Einsparungen von rund 3700 Tonnen Kerosin und fast 11700 Tonnen CO2-Emissionen möglich. Hochgerechnet auf die gesamte Lufthansa Cargo-Flotte entspricht der jährlich eingesparte CO2-Ausstoß 48 einzelnen Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai, heißt es.

Lufthansa Technik verantwortet in der Kooperation mit BASF die Spezifikation des Materials, die luftrechtliche Zulassung sowie die Durchführung der Flugzeugmodifikationen, die im Rahmen regulärer Instandhaltungs-Liegezeiten erfolgen. Als zugelassenem Luftfahrt-Entwicklungsbetrieb wird das Unternehmen für die B777F ein für den Betrieb notwendiges Supplemental Type Certificate (STC) bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erwirken.

Der Unternehmensbereich Coatings der BASF entwickelte in seiner "Beyond Paint Solutions"-Einheit die Folie. Bei der Anwendung im Luftverkehr sind Außenflächen unter anderem starken UV-Strahlungen sowie Temperatur- und Druckschwankungen in großen Höhen ausgesetzt. BASF hat deshalb bei der Entwicklung den Fokus auf extreme Widerstandsfähigkeit und Wetterfestigkeit gelegt.

Entscheidende Kriterien für eine Anwendung im Luftfahrtbetrieb sind eine einfache Anbringung und Handhabung, sowie eine unkomplizierte Reparaturfähigkeit, wofür ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt wurde.

Lufthansa kauft je fünf Jets von Boeing und Airbus .
Die ersten Exemplare sollen schon im kommenden Winter für die Lufthansa fliegen. Die Investition steht nach Unternehmensangaben im Einklang mit dem Rettungspaket in der Coronakrise.Der Vorstand habe den Kauf von fünf Airbus A350 und fünf Boeing 787 «Dreamliner» beschlossen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen in Frankfurt mit. Der Aufsichtsrat habe dem Vorhaben zugestimmt. Die neuen Maschinen sollen bei der Kernmarke Lufthansa spritdurstigere ältere Flugzeuge ersetzen.

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