Wissen & Technik Rüstungskontroverse: Hat die "Washington Post" 100 Silos für Atomraketen in China entdeckt oder ist sie auf Sockel für Windmühlen reingefallen?

12:00  10 juli  2021
12:00  10 juli  2021 Quelle:   stern.de

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Die "Washington Post" glaubte, den Beweis für die lang erwartete nukleare Aufrüstung gefunden zu haben. Doch nun sieht es so aus, als seien die vermeintlichen Silos nur die Sockel von Windkraftanlagen.

119 Silos würden das Arsenal Chinas gewaltig verstärken, die © Commons/Planet/Center for Nonproliferation Studies 119 Silos würden das Arsenal Chinas gewaltig verstärken, die "Washington Post" war alarmiert

Am 30. Juni warnte die "Washington Post" vor der gelben Gefahr. "China baut mehr als 100 neue Raketensilos in seiner westlichen Wüste, sagen Analysten", so lautete die Headline. Die Meldung ging um die ganze Welt.

Was war geschehen? In der Wüste Gobi nahe der Stadt Jumen haben Experten des James Martin Center for Nonproliferation Studies in Monterey, Kalifornien, 119 Baustellen entdeckt. In der menschenleeren Gobi bilden die 119 Baustellen ein mathematisch exaktes Muster. "Die 119 nahezu identischen Baustellen weisen Merkmale auf, die denen der bestehenden Startanlagen für Chinas Arsenal an ballistischen Raketen mit Nuklearantrieb entsprechen" so die Post.

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Über 100 Silos wären ein gewaltiger Sprung für China. Der Wirtschaftsgigant ist nämlich ein Atomzwerg und verfügt nur über ein Arsenal von 250 bis 350 Atomwaffen. China macht sich bereit, die USA in allen Bereichen zu überflügeln. Im militärischen Bereich zeigt sich das an einer intensiven Aufrüstung der Marine, die mit Trägergruppen und den modernsten Lenkwaffenzerstörern der Welt ausgerüstet wird. Dazu kommen eigene Stealth-Jets und Ausrüstung von Raketen.

Russische und westliche Experten gehen davon aus, dass auch eine umfassende Modernisierung und ein Ausbau des nuklearen Arsenals geplant ist. Die Anlage käme also zur rechten Zeit.

Massive Aufrüstung

"Wenn man die im Bau befindlichen Silos an anderen Standorten in ganz China hinzuzählt, kommt man auf insgesamt etwa 145 Silos im Bau", sagte Lewis, Direktor am Center for Nonproliferation Studies der "Washington Post". "Wir glauben, dass China seine Nuklearstreitkräfte zum Teil ausbaut, um eine Abschreckungswaffe zu ahben. Sie muss einen US-Erstschlag in ausreichender Zahl überleben , und dann die US-Raketenabwehr überwinden."

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Doch von Beginn an passten einzelne Fakten nicht ins Bild. Für eine Silofarm liegen die Abschussvorrichtungen viel zu nahe beieinander. Eigentlich sollten sie so angelegt werden, dass ein nuklearer Erstschlag nur ein Silo ausschalten kann. Selbst wenn ein Teil der Einrichtungen nur Fakes sind, die den Feind täuschen sollen und gar keine echten Raketen beherbergen, wäre die dichte Packung kontraproduktiv.

Ebenso erstaunlich bleibt, dass der Bau von hochsensiblen Nuklearsilos so einfach von kommerziellen Satelliten beobachtet werden konnte und keinerlei Mühe auf Tarnung verwendet wurde, außer dass die vermuteten Baugruben abgedeckt worden sind.

Staatsmedien dementieren

Nun sieht es so aus, als wäre die "Washington Post" auf eine Fake-Meldung hereingefallen. Chinas Staatsmedien haben inzwischen dementiert. Sie behaupten, es würde sich um eine neue Zone einer benachbarten Windfarm handeln. Auf ihren Bildern heben die Arbeiter keine Schächte für Silos aus, sie legen Fundamente auf denen später Windräder montiert werden. Die Abdeckung der eigentlichen Baustellen sei in der Gobi immer notwendig,

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Die staatsnahe "South China Morning Post" ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, die US-Medien über die "wahren" Hintergründe des Projekts aufzuklären. Anstatt der Aufrüstung zeige sich hier der Kampf der kommunistischen Partei gegen die Armut im Land. In der Tat sind die Anstrengungen zur drastischen Verringerung der Armut und zur Entwicklung armer Landesteile, die zentrale innenpolitische Anstrengung Pekings. Die Provinz Gansu hat das niedrigste Bruttosozialprodukt des Landes. Lange Zeit war unklar, wie man einen Weg aus der Misere finden könnte. Die Provinz ist abgelegen, es mangelt an fruchtbarem Land und Wasser. Der verstärkte Aufbau einer industriellen Agrarwirtschaft wie in vergleichbaren Regionen war daher keine Option.

Dafür konnte man in der Wüste Gobi auf natürliche Weise Strom erzeugen. Aber die ersten Versuche mit dem Bau großer Windparks seit 2009 liefen in eine Sackgasse: Der Strom konnte zwar erzeugt werden, aber es gab nicht genügend Verbraucher in der Nähe. 2016 stoppte Peking den weiteren Ausbau der Windparks. Erst vor wenigen Wochen wurde ein erneuter Ausbau bekannt gegeben. Nun soll der Windpark bis 2025 massiv ausgebaut werden – umgerechnet 15 Milliarden US-Dollar sollen dafür bereitgestellt werden. "Wir haben es endlich geschafft – wir haben die leblose Gobi in eine unbegrenzte Schatzkammer verwandelt", jubelte der Sekretär der kommunistischen Partei von Jiuquan, Wu Yangdong, letzten Monat. "Wir bauen einen Drei-Schluchten-Damm auf Ödland."

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Größter Windpark der Welt

Um den Strom zu verbrauchen, wurden und werden Ultrahochspannungsleitungen gebaut, die die Windenergie in 20 Provinzen schaffen, gleichzeitig sollen stromintensive Rechenzentren angesiedelt werden. Dennoch wird der Transport der Ökoenergie Kosten bereiten, gleichzeitig werden kleinere Windparks in der Nähe der industriellen Zentren gebaut. Doch bekanntlich hat Peking einen langen Atem beim Verfolgen der strategischen Industrieziele. Und grüne Energie steht in der Prioritätenliste weit oben. Vielleicht nicht in naher, aber doch in mittelfristiger Zukunft sollen Supraleitungen auch bei weniger extremen Temperaturen möglich sein. Dann wäre der verlustfreie Transport von Strom über weite Distanzen möglich. Diese Form industriell nutzbarer Supraleitung ist auch ein zentraler Baustein von Pekings ehrgeizigen Plänen im Bereich von Hochgeschwindigkeitszügen, hier soll China weltweit technologisch führend werden.

Wirklich entscheiden kann man den Streit zwischen der Post und Chinas Staatsmedien nicht. Für die Windpark-These sprechen der Mangel an Tarnung und die geringen Abstände. Außerdem wäre es eine sehr plumpe Lüge. Der Westen würde schnell bemerken, wenn gar keine Windkraftanlagen auf den Sockeln errichtet werden.

Quelleen. WaPo, SCMP

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